Quadriga-Preis
Kritik an deutschem Einheitspreis für Putin

Die geplante Verleihung des Einheitspreises Quadriga an Wladimir Putin sorgt für Kritik. Russlands Premier soll für die Partnerschaft mit Deutschland geehrt werden. Politiker und russische Opposition sind empört.
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BerlinDie umstrittene Verleihung des deutschen Einheitspreises Quadriga an den russischen Regierungschef Wladimir Putin wird immer heftiger kritisiert. „Das ist ein Affront, ein Schlag ins Gesicht aller Menschenrechtler“, sagte Grünen-Parteichefin Claudia Roth am Montag in Berlin. Auch der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Ruprecht Polenz (CDU), übte Kritik. Russische Menschenrechtler monierten, die geplante
Ehrung sei eine „Wahlkampfhilfe“ für den Ex-Kremlchef.

Polenz sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Putin hat Russland nur wirtschaftlich weiterentwickelt, nicht aber die Rechtstaatlichkeit und die Verwirklichung der Menschenrechte vorangebracht.“ Der Historiker Boris Belenkin von der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Das einzige Ziel der Verleihung scheint die Unterstützung Putins vor den Wahlen in Russland“ im März 2012 zu sein. Ähnlich wertete die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ die für den 3. Oktober in Berlin geplante Verleihung: „Auf diese Weise hat ein Teil der deutschen Elite ziemlich deutlich zu verstehen gegeben, dass sie Putin mit Wohlwollen aufnimmt.“ Hingegen sagte der kremlnahe Politologe Gleb Pawlowski, Putin habe die Auszeichnung verdient. „Er hat dazu beigetragen, dass Deutschland in Europa stärker geworden ist und als mächtiger Nationalstaat eine Wiedergeburt erlebt hat. Deshalb steht Deutschland Putin gegenüber quasi in der Pflicht“, sagte er dem Rundfunksender „Echo Moskwy“.

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