Qualifizierte Mitarbeiter
SPD fordert Fachkräfte-Allianz

Die Rufe von Unternehmen nach qualifizierten Mitarbeitern werden besonders im derzeitigen wirtschaftlichen Aufschwung immer lauter. Ähnlich wie die CSU sieht aber auch die SPD keinen flächendeckenden Fachkräftemangel und setzt deshalb verstärkt auf betriebliche Bildungsangebote statt auf eine erleichterte Zuwanderung.
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BERLIN. Die SPD setzt in der Debatte über einen möglichen Fachkräftemangel auf Bildung – und nicht auf Zuwanderung. „So lässt sich das Problem nicht lösen“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Hubertus Heil, bei der Präsentation eines Diskussionspapiers der Parteispitze. Es gebe bereits heute gute Möglichkeiten, als Fachkraft nach Deutschland zu kommen. Daher müsse der Zuzug nicht erleichtert werden. Wichtiger sei es, „brachliegendes Potenzial zu heben“, sagte Heil.

Unternehmen sollen verstärkt aus- und weiterbilden

Dieses Potenzial wächst aus Sicht der SPD jährlich um 65 000 Jugendliche ohne Schulabschluss. Bereits jetzt sei diese Reserve auf 1,5 Millionen Menschen angeschwollen. Hinzu kämen 400 000 Jugendliche in Übergangsmaßnahmen, drei Millionen Arbeitslose sowie nicht erwerbstätige Frauen. „Wenn die Bundesregierung nichts tut, bekommen wir einen gespaltenen Arbeitsmarkt und eine soziale Katastrophe“, sagte Heil.

Auch müssten die Unternehmen in die Pflicht genommen werden, da nur rund ein Viertel von ihnen ausbilde. Arbeitsplätze müssten attraktiver gestaltet werden. Dazu gehörten gute Weiterbildungsmöglichkeiten sowie eine familienfreundliche Personalpolitik. Gemeinsam mit den Gewerkschaften könne eine „Allianz für Fachkräfte“ entstehen. Es blieben noch fünf bis zehn Jahre Zeit, um das Problem so zu bewältigen.

Die SPD lehnt deshalb die Pläne von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ab, den Zuzug von ausländischen Fachkräften zu erleichtern, etwa durch niedrigere Lohngrenzen. „Man kann nicht Zuwanderung organisieren, um die Löhne zu drücken“, sagte Heil. Auf diesem Wege würde eine „Billigarmee einmarschieren“.

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