Qualifizierte Zuwanderer benötigt: Schlechte Integration belastet Deutschland

Qualifizierte Zuwanderer benötigt
Schlechte Integration belastet Deutschland

Deutschland braucht mehr Fachkräfte aus dem Ausland – zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des British Council, die dem Handelsblatt vorliegt. Angesichts dieses Resultats dürfte die ruhende Debatte um niedrigere Hürden für qualifizierte Zuwanderer wieder aufleben.

BERLIN. Deutschland liegt im Vergleich mit anderen europäischen Ländern bei der Integration von Ausländern nur im Mittelfeld. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des British Council, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wird und dem Handelsblatt bereits vorliegt. Vor allem beim Zugang für Zuwanderer zum Arbeitsmarkt schneidet Deutschland schlecht ab. Zudem litten die Einwanderer auch unter den Regelungen des seit Juli 2006 geltenden Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, schreiben die Autoren der Studie.

Das Ergebnis dürfte die in der Koalition eingeschlafene Diskussion über niedrigere Hürden für qualifizierte Zuwanderer neu entfachen. Die Wirtschaft fordert, die untere Verdienstgrenze für ausländische Spezialisten von 85 000 Euro pro Jahr auf möglichst 40 000 Euro zu senken. Dadurch will sie dem Fachkräftmangel in Bereichen des IT-Marktes oder des Elektro- und Maschinenbaus besser begegnen. Doch im Kabinett unterstützt das nur noch Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU). Zuletzt hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und die SPD argumentiert, es gebe angesichts der hohen Arbeitslosenzahl genug Potenzial im eigenen Land.

Laut der Studie jedenfalls hat die Wirtschaft von der schwarz-roten Integrationspolitik wenig zu erwarten. In der Gesamtwertung erreicht Deutschland von 100 möglichen Punkten nur 53. Das bedeutet Platz 14 von insgesamt 28 Ländern. Direkt dahinter kommen Irland, Schweiz und Ungarn. Am schlechtesten schneidet Lettland ab. Auf Platz eins liegt Schweden vor Portugal.

Die Autoren untersuchten in der von der EU mitfinanzierten Studie vor allem die rechtlichen Rahmenbedingungen für Zuwanderer in die 25 EU-Staaten sowie Schweiz, Kanada und Norwegen. Als Zuwanderer gelten nach dem Migrant Integration Policy Index alle Angehörigen von Drittstaaten, die in den untersuchten Staaten einen Wohnsitz haben. Insgesamt haben die Autoren 140 Indikatoren, vom Zugang des Arbeitsmarktes bis hin zur Kategorie „Politische Freiheiten“ festgelegt.

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