Demnach vermitteln sie ihre "Kunden" oft nicht schneller, als es die BA in vergleichbaren Fällen auf konventionelle Weise tut. "Das Instrument ist sehr heterogen", sagt Schneider. "Es gibt auch positive Beispiele, aber die sind in der Masse der erfolglosen Projekte untergegangen." Das soll sich nach dem Willen des neuen Verbands ändern.
Der BVTB will mit Mindeststandards unter anderem für Transfergesellschaften einen besseren Betreuungsschlüssel vorgeben als bei der Arbeitsagentur. "Bei unseren Mitgliedsgesellschaften soll ein Mitarbeiter maximal 50 Menschen betreuen", sagt BVTB-Chef Harald Müller.
Bei der Arbeitsagentur kommen dagegen bis zu 300 Arbeitslose auf einen Berater. Auch sollen die Betreuer besser qualifiziert werden. Müller: "Die brauchen psychologische und sozialpädagogische Erfahrungen, müssen im Zweifel aber Existenzgründer beraten können." Außerdem soll eine ausreichende Bandbreite an Weiterbildungs- und Praktikums-Angeboten garantieren, dass sich die Betroffenen wirklich qualifizieren - und nicht auf Kosten der Arbeitsagentur geparkt werden.
Überwacht werden sollen die Standards durch ein Zertifizierungsverfahren, das der BVTB entwickelt. "Wer die Standards nicht erfüllt, hat bei uns keinen Platz", sagt Müller. Sein Ziel: Die Transfergesellschaften sollen bei der Vermittlung entlassener Arbeitnehmer um den Faktor zwei bis drei besser sein als die Arbeitsagentur.
Wie heterogen die Branche ist, zeigt schon die Resonanz auf die Verbandsgründung: Von 40 eingeladenen Trägern haben sich nur 16 dem BVTB angeschlossen. "Die anderen fürchten wohl das Zertifizierungsverfahren", mutmaßt ein Gründungsmitglied. Der Verband hofft nun, dass sein Qualitätssiegel unseriöse Anbieter aus dem Markt drängt. Daran dürften auch Arbeitgeber interessiert sein: Denn je effektiver Transfergesellschaften arbeiten, desto geräuschloser funktionieren Entlassungen.


