Quartalsbilanz
Fiskus büßt durch höhere Tabaksteuer ein

Die Einnahmen des Fiskus aus der Tabaksteuer gehen weiter zurück, obwohl die Abgabe auf Zigaretten, Zigarren und Tabak weiter angehoben worden sind. Allerdings sagen die Steuereinnahmen wenig über den wahren Tabakkonsum der Deutschen aus - wegen der grassierenden „Schwarzraucherei“.

HB WIESBADEN. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, wurden im zweiten Quartal 2006 in Deutschland Tabakwaren im Verkaufswert von 5,6 Milliarden Euro versteuert. Das waren 440 Millionen Euro oder 7,3 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Steuerwerte sanken dadurch um 2,7 Prozent auf insgesamt 3,5 Milliarden Euro.

Der gesunkene Verkaufswert ist den Angaben zufolge vor allem auf das steuerliche Aus für den vorportionierten Feinschnitt (so genannte Sticks) zurückzuführen: Für diese Steckzigaretten wird nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes seit dem 1. April 2006 statt der ermäßigten Steuer für Feinschnitt der weitaus höhere Satz für Fertigzigaretten fällig. Die abgesetzte Menge Feinschnitt lag daraufhin im zweiten Quartal 2006 um 41,1 Prozent unter der des Vorjahresquartals.

Der Verkauf von Zigaretten ging demnach ebenfalls weiter zurück, und zwar im Jahresvergleich um 7,4 Prozent auf 23,6 Milliarden Stück oder fünf einen Verkaufswert von fünf Milliarden Euro. Gegen den Gesamttrend stieg dagegen der Verkauf von Zigarren sowie Pfeifentabak. An Zigarren und Zigarillos wurden 1,405 Milliarden Stück verkauft - eine Zunahme vom 54,6 Prozent auf einen Verkaufswert von 414,8 Millionen Euro. Beim Pfeifentabak betrug der Zuwachs 8,9 Prozent auf 244 Tonnen mit einem Verkaufswert von 25,7 Millionen Euro.

Immer mehr Raucher greifen wegen der gestiegenen Tabaksteuer zu Schmuggelzigaretten oder preiswerten ausländischen Glimmstängeln und rauchen damit am deutschen Fiskus vorbei. Eine Studie des Verbandes der Cigarettenindustrie ergab, der Anteil unversteuerter Glimmstengel habe sich innerhalb von zwölf Monaten von 14,5 auf fast 18 Prozent erhöht. In Ostdeutschland beherrschten Schwarzhändler inzwischen gut 30 Prozent des Marktes. Die Studie stützt sich auf eine systematische Auswertung von im Müll gefundenen leeren Zigarettenpackungen.

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