Quote steigt auf 12,6 Prozent: Neues Nachkriegshoch bei Arbeitslosigkeit

Quote steigt auf 12,6 Prozent
Neues Nachkriegshoch bei Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Februar auf 5,216 Millionen gestiegen und hat damit das Nachkriegshoch vom Januar nochmals übertroffen.

HB NÜRNBERG. Dies seien 177 000 Arbeitslose mehr als im Januar und 575 000 mehr als vor einem Jahr, teilte die BA am Dienstag in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote sei im Monatsvergleich um 0,5 Punkte auf 12,6 Prozent gestiegen. Die Zunahme erkläre sich zum größten Teil daraus, dass ehemalige Sozialhilfebezieher nun als Arbeitslose registriert würden, sagte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise. Darüber hinaus hätten der Wintereinbruch und die noch immer schwache Konjunktur zum Anstieg beigetragen.

Die Januar-Arbeitslosenzahl revidierte die BA nachträglich um 2000 auf 5,039 Millionen nach oben. Im Januar war erstmals seit Bestehen der Bundesrepublik die Zahl von fünf Millionen überschritten worden.

Unter Herausrechnung von Saisoneffekten ergebe sich gegenüber Januar ein Anstieg um 161 000 Arbeitslose auf 4,875 Millionen, teilte die BA mit. Die Quote habe sich von 11,4 auf 11,7 Prozent erhöht. Dies sei aber vor allem auf den Hartz-IV-Effekt und auf die ungewöhnlich kalte Witterung im Februar zurück zu führen. Beides könne das statistische Verfahren zur Saisonbereinigung nicht abbilden. Konjunkturell bedingt dürfte sich die Arbeitslosigkeit nach BA-Angaben um 10 000 bis 20 000 erhöht haben. Im Westen nahm die um Witterungseinflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 152 000 zu. Im Osten erhöhte sie sich um 9 000, berichtete die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg.

Die Zahl der Bezieher des neuen Arbeitslosengeldes II stieg nach BA-Angaben im Februar nochmals an auf 4,3 Millionen. Zum Start der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II im Januar hatten 4,09 Millionen Menschen Arbeitslosengeld II bezogen. Dies waren deutlich mehr als in den Planungen der Bundesregierung angenommen worden war.

Positiv entwickelte sich nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes die Zahl der Erwerbstätigen, die saisonbereinigt von Dezember auf Januar um 14 000 zugelegt habe. Erstmals legte das Bundesamt am Dienstag eine neue Erwerbsstatistik nach Kriterien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) vor, die auf einer Telefonumfrage bei 30.000 Bürgern beruht. Demnach waren im Januar 3,99 Millionen Menschen in Deutschland erwerbslos. Als erwerbslos gilt nach ILO-Standard, wer eine Beschäftigung sucht und weniger als eine Stunde in der Woche arbeitet.

Die Januar-Arbeitslosenzahl erhöhte die BA nachträglich um 2000 auf 5,039 Millionen. Im Januar war erstmals seit Bestehen der Bundesrepublik die Fünf-Millionen-Zahl überschritten worden.

Seite 1:

Neues Nachkriegshoch bei Arbeitslosigkeit

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%