RAF-Terror
Neuer Verdacht im Mordfall Buback

Rund 32 Jahre nach der Tat gibt es neue Erkenntnisse im Fall des im Jahr 1977 ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback: Möglicherweise war die frühere RAF-Terroristin Verena Becker an dem Mord beteiligt.

HB KARLSRUHE. An den damaligen Bekennerschreiben der Terrorgruppe wurden DNA-Spuren entdeckt, die von ihr stammen. Am Donnerstag hat die Polizei ihre Wohnung durchsucht, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Nach Angaben der Karlsruher Ermittler hat das Bundeskriminalamt mehrere Briefumschläge molekulargenetisch untersuchen lassen. Nach einem Gutachten vom Februar bestehe kein Zweifel, dass die Anhaftungen von Verena Becker stammten. In einem weiteren Gutachten des Instituts für Forensische Genetik in Münster seien Spuren auf zwei Bekennerschreiben untersucht worden, bei denen Becker als Verursacherin nicht ausgeschlossen werden könne.

Mehr als 30 Jahre nach dem Mord an Buback und seinen beiden Begleitern in Karlsruhe haben die Ermittlungen damit eine überraschende Wende genommen. Im Juli des vergangenen Jahres hatte eine DNA-Untersuchung die Ex-Terroristin zunächst entlastet. Im Juli des vergangenen Jahres hatte eine DNA-Untersuchung die Ex-Terroristin, gegen die seit April 2008 ermittelt wird, zunächst entlastet: Spuren an einem Motorradhandschuh, einem Helm und einer Jacke, die nach der Tat gefunden wurden, stammten definitiv nicht von ihr.

Michael Buback, Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts, hatte Becker aber immer wieder als mögliche Todesschützin genannt. Er stützte sich dabei unter anderem auf Zeugen, die auf dem Tat-Motorrad eine zierliche Person wie Verena Becker gesehen haben wollen. Als unmittelbare Täter galten Christian Klar, Knut Folkerts sowie der - wegen schwerer Verletzungen nicht verurteilte - Günter Sonnenberg, als Rädelsführerin wurde Brigitte Mohnhaupt verurteilt. Bisher haben alle Beteiligten aber hartnäckig geschwiegen, auch zur Frage, wer damals geschossen hat.

Becker war einen Monat nach dem Mord an Buback zusammen mit Sonnenberg im süddeutschen Singen festgenommen worden; das Paar war im Besitz der Tatwaffe. Ein Ermittlungsverfahren gegen sie war Anfang der 80er Jahre aber eingestellt worden. Wegen der Schießerei bei ihrer Festnahme wurde Becker zu lebenslanger Haft verurteilt. 1989 wurde sie begnadigt.

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