Rainer Brüderle

Ex-FDP-Minister hat neuen Job in der Pflegebranche

Rainer Brüderle war Wirtschaftsminister und Fraktionschef. Nun hat das FDP-Urgestein einen neuen Job. Er wird Vorsitzender des neuen bpa-Arbeitgeberverbands für die private Pflegewirtschaft.
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Brüderle war im schwarz-gelben Regierungsbündnis bis 2011 Wirtschaftsminister und bis 2013 FDP-Fraktionschef. Quelle: dpa
Rainer Brüderle

Brüderle war im schwarz-gelben Regierungsbündnis bis 2011 Wirtschaftsminister und bis 2013 FDP-Fraktionschef.

(Foto: dpa)

BerlinDer frühere FDP-Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (70) übernimmt einen neuen Job in der Pflegebranche. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) gründete einen neuen Arbeitgeberverband für die private Pflegewirtschaft mit Brüderle als Vorsitzendem, wie der bpa am Dienstag in Berlin mitteilte.

Brüderle stehe für klare Positionen in der Mittelstandspolitik, sagte bpa-Präsident Bernd Meurer. „Wir werden uns stärker in die Lohnfindung einschalten, vor allem auf eine ausreichende Finanzierung drängen.“ Daher sei es konsequent, dass der bpa und seine 9000 Mitgliedseinrichtungen den bpa-Arbeitgeberverband gründeten. Brüderle war im schwarz-gelben Regierungsbündnis bis 2011 Wirtschaftsminister und bis 2013 FDP-Fraktionschef.

„Minister Mittelstand“ wird 70
Rainer Brüderle
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„Bodenständig, humorvoll, pflichtbewusst - das ist Rainer Brüderle“, so beschreibt ihn die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner. „Minister Mittelstand“ – so wurde er genannt, als er Wirtschaftsminister in Rheinland-Pfalz war – habe über viele Jahre die Landes- und Bundespolitik maßgeblich mitgeprägt. Heute wird der streitbare FDP-Politiker 70 Jahre alt.

Bundestag
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Vom 28. Oktober 2009 bis zum 12. Mai 2011 war Brüderle Bundeswirtschaftsminister im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel. In dieser Zeit war Brüderle ein starker Gegner des Mindestlohns. Im Mai 2010 versuchte er, die von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen betriebene Einführung eines Mindestlohns in der Pflegebranche zu bremsen und bis zum 31. Dezember 2011 zu befristen. Zwei Wochen später musste er jedoch einlenken. Das Gesetz wurde verabschiedet.

Förderer von Rösler
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Vom 10. Mai 2011 bis zum 22. Oktober 2013 war Brüderle Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. In dieser Zeit galt er als Förderer des damaligen FDP-Vorsitzenden Philipp Roesler, der auch sein Nachfolge als Wirtschaftsminister antrat.

Sexismus-Skandal
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Ende Januar 2013 löste der im Stern erschienene Artikel „Der Herrenwitz“ der Journalistin Laura Himmelreich (r.) eine breite Sexismus-Debatte aus. Die Journalistin warf Brüderle darin vor, ihr ein Jahr zuvor an einer Hotelbar zu nahe getreten zu sein. In der Folge machten weitere Journalistinnen Brüderle ähnliche Vorwürfe, andere wiederum verteidigten ihn und warfen dem „Stern“ eine Kampagne gegen Brüderle vor, der kurz zuvor zum Spitzenkandidaten der Bundestagswahl erklärt wurde. Brüderle lehnte eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab.

Verteidigungsschrift
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Brüderle war von 2011 bis zur verlorenen Wahl 2013 Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. Zuvor war er Bundeswirtschaftsminister (2009-2011) und stellvertretender Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz (1988-1998). Im April 2014 stellte Brüderle sein Buch „Jetzt rede ich“ vor. Mit einem Preis ausgezeichnet wurde er hingegen etwas überraschend als...

Gala "Männer des Jahres" der Zeitschrift GQ
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...einer der „Männer des Jahres“ des Männermagazins GQ. Rainer Brüderle (l, Preisträger Kategorie Wirtschaft) und Bushido (Preisträger Kategorie Musik National) im Jahr 2010 nehmen in Berlin bei der Veranstaltung „GQ Männer des Jahres“ ihre in der Komischen Oper ihre Auszeichung entgegen. Damals war Brüderle noch Wirtschaftsminister.

Neuer Job
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Seit kurzem mischt das Urgestein der Liberalen wieder in der rheinland-pfälzischen Politik mit - auf ungewohnter Seite: Brüderle wurde zum ehrenamtlichen Landesvorsitzenden des Bundes der Steuerzahler gewählt und kämpft nun unter anderem gegen staatliche Verschwendung.

  • dpa
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2 Kommentare zu "Rainer Brüderle: Ex-FDP-Minister hat neuen Job in der Pflegebranche"

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  • anscheinend gibt es in der Pflegebranche bei den oberen noch zuwenig Absahner, sodas unbedingt der Brüderle her mußte. vom Alter her? da wundert es einen nicht, wenn die Heime neben den mtl. Beiträgen mit Zusatzbeiträgen daherkommen die der Rentner zahlen muß. das ist bei der FDP so üblich wenn man sich für gelungene reformen lobt. rente, KV, Pfl. überall Zusätze mit privater Zahlung. dafür werden die leistungen pausenlos nach unten geschraubt. Danke ihr Helden.

  • Und der 45jährige, der sogar die Kenntnisse hat, bekommt keinen Job.
    Die Jobs werden an abgehalfterte Politike vergeben
    In unseem Land läuft mittlerweile aber gehörig was schief

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