Rainer Brüderle
„Meine Aufgabe ist es, Tore zu machen“

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle verteidigt seinen Vorstoß zur Deckelung von Managergehältern. Beim Parteitag soll Brüderle zum Spitzenmann gekürt werden. Bereits im Vorfeld hat er eine Warnung an seine Partei.
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BerlinKurz vor dem FDP-Parteitag hat Fraktionschef Rainer Brüderle seinen Führungsanspruch deutlich gemacht. „Die Bezeichnung als Spitzenmann oder Spitzenkandidat ist für mich nicht entscheidend“. Er nehme aber für sich in Anspruch, „die Partei an der Spitze in den Wahlkampf zu führen“, sagte Brüderle dem Handelsblatt.

Parteichef Philipp Rösler sei als Kapitän für die Organisation und den Mannschaftsaufbau zuständig. „Meine Aufgabe ist es, Tore zu machen“, sagte Brüderle.

Brüderle, der am Wochenende offiziell zum Spitzenmann der FDP gekürt werden soll, warnte seine Partei, die Bundestagswahl als Selbstläufer zu sehen. „Wir können alle zusammen nur erfolgreich sein, wenn wir so geschlossen bleiben, wie wir jetzt auftreten. Jeder aus der Mannschaft muss wissen, dass er sich auf die anderen verlassen kann“, sagte Brüderle.

Konkret auf die Kritik von Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel an Parteichef Rösler angesprochen, sagte Brüderle: „ Dirk Niebel und auch alle anderen wissen um die Lage der FDP in einem Wahljahr. Für Streit hätte niemand mehr Verständnis“.

Unterdessen verteidigte Brüderle seinen Vorstoß zur Deckelung von Mangergehältern: „Mein Vorschlag, die Aktionäre über die Gehälter von Managern abstimmen zu lassen, ist urliberal“, sagte Brüderle dem Handelsblatt. Bisher hätten Kungelrunden im Aufsichtsrat von Arbeitgebervertretern und Gewerkschaften darüber entschieden.

„Da nicken manche Gewerkschaftsvertreter die zum Teil unmoralisch hohen Gehälter der Vorstände ab und schieben sich gleichzeitig noch selbst eine Abfindung zu“. Die FDP wolle dagegen den Aktionären, also den Eigentümern eines Unternehmens, zu ihrem Recht verhelfen.

Brüderle betonte, er habe nichts gegen hohe Gehälter. „Mir geht es darum, dass die Aktionäre als Eigentümer darüber entscheiden“. Der Aufsichtsrat habe bisher keine Rücksicht auf die Aktionäre in der Hauptversammlung nehmen müssen. „Das will ich ändern und das entspricht klarer liberaler Kante“, sagte Brüderle.

Vom wirtschaftspolitischen Kurs der Union grenzte Brüderle sich klar ab: „Die Kanzlerin hat auf dem CDU-Parteitag gesagt, die FDP sei eine Prüfung Gottes. Die Union sollte eher denken, die schickt der Himmel“, sagte er und. „Der Union tut unser wirtschaftspolitisches Profil gut“.

Als Beispiel nannte Brüderle die Debatte über Subventionen für die Unternehmen Opel oder Schlecker. „Die FDP hat hier dafür gesorgt, dass die Steuergelder nicht verplempert wurden“, sagte Brüderle.

Bei der Energiewende sei es die FDP, die für mehr Soziale Marktwirtschaft und niedrigere Strompreise für Verbraucher und Unternehmen sorgt. „Die Erfolgsbilanz der schwarz-gelben Koalition mit einem starken Mittelstand und einem robusten Arbeitsmarkt sähe ohne die FDP nicht so gut aus“, sagte der frühere Bundeswirtschaftsminister.

Der Autor ist Ressortleiter Wirtschaft und Politik.
Thomas Sigmund
Handelsblatt / Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros

Kommentare zu " Rainer Brüderle: „Meine Aufgabe ist es, Tore zu machen“"

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  • seine Tore sehen so aus, dass er meint, dass die FDP ein Gottesgeschenk sei, und die opposition den Wohlstand vernichten will. leider hat er vergessen zu erwähnen, dass die FDP gesetze schreiben lässt, dass die Regierung jederzeit an das Geld der Bürger kann. dass mit dem ESM den er unterschrieb und nun davor warnt, dass es nun weitere Schirme für die Retterei geben soll, und die EZB keine Italienische Anleihen kaufen darf, obwohl das geht? das ist für mich Pharisähertum vom allerfeinsten, gell?

  • Die FDP war seit Beginn immer eine Partei für die Reichen. Das hat sich nie geändert und wird sich auch nie ändern. Dieses Herumgeeiere um die Bonuszahlungen sind doch so halbherzig und verlogen, da helfen auch nicht so viele Parteitage um zu sehen, wessen geistiges Kind die FDP ist: Wenn Herr Brüderle von "sozialer Marktwirtschaft" spricht, meint er doch den anglo-amerikanischen Kapitalismus. Brüderle und seine Partei sind seit dem Ausscheiden Genschers aus der Politik Auslaufmodelle, denen vielleicht einige exotische Nostalgiker nachtrauern, die Deutschland aber nicht braucht. Die FDP ist nicht nur eine Prüfung, sondern die Geißel Gottes. Möge er sich erbarmen und diese Partei für immer in sein Himmelreich aufnehmen.

  • Darauf einen Brüderle, Cheers.

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