Rainer Brüderle „Wir sind nicht auf dem Basar“

Den Aufwind für die FDP hat so kaum jemand erwartet. Fraktionschef Rainer Brüderle über das Kampfgewicht der Liberalen, das Umschiffen riskanter Klippen unter Kapitän Rösler und den sicheren Weg aus der Krise.
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Der Fraktionsvorsitzende der FDP im Deutschen Bundestag, Rainer Brüderle. Quelle: dapd

Der Fraktionsvorsitzende der FDP im Deutschen Bundestag, Rainer Brüderle.

(Foto: dapd)

BerlinHerr Brüderle, die FDP war bei den Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen auch ohne Koalitionsaussage erfolgreich. Wäre das nicht auch ein Modell für die Bundes-FDP bei der Bundestagswahl 2013?

In beiden Ländern war die Situation anders als im Bund. Die bürgerliche Koalition arbeitet im Bund gut und erfolgreich zusammen. Und wir haben noch einiges vor. Ich kann alle nur warnen, die eine bürgerliche Mehrheit in diesem Land nicht mehr für möglich halten. Der sozialdemokratisierte Kurs hat sich für die CDU in Nordrhein-Westfalen nicht ausgezahlt. Da haben manche in der Union von neuen Machtoptionen geträumt und wachen nun im rot-grünen Nordrhein-Westfalen auf. In der FDP haben wir genügend Kampfgewicht auf die Waage gebracht.

Das Parteiensystem hat sich mit dem Erfolg der Piraten verbreitert. Müssen Sie da nicht ein Dreierbündnis in Betracht ziehen, wenn Sie nicht zwangsläufig in der Opposition landen wollen?

Im Bund und in vier großen Bundesländern regieren erfolgreiche schwarz-gelbe Koalitionen. Aus meiner Sicht lohnt es sich, auch zukünftig für bürgerliche Mehrheiten zu kämpfen. Wir haben mit der Kanzlerin in der Bewältigung der Schuldenkrise sehr viel geleistet. SPD und Grüne fordern Eurobonds und wollen den Fiskalpakt aufschnüren, das wollen wir nicht. Für uns steht die Stabilität des Geldes an erster Stelle.

Müsste die FDP nicht auch personell aus dem Wahlergebnis Konsequenzen ziehen?

Was meinen Sie damit ?

Wären Christian Lindner und Sie nicht ein gutes Gespann für den Bundestagswahlkampf, nachdem die Boygroup um Rösler gescheitert ist?

Wir alle spielen in einem Team und Philipp Rösler ist unser gewählter Kapitän. Meine Arbeit als Fraktionsvorsitzender macht mir viel Freude. Für mich kommt es immer auf die gute Mischung an. Und die haben wir mit der jetzigen Mannschaft. Die FDP war immer dann gut, wenn sie sich generationenmäßig breit aufgestellt hat. Das Alter ist nicht entscheidend. Das haben Sie doch bei den Wahlen in Schleswig-Holstein und NRW gesehen. Zwischen den beiden Wahlsiegern Wolfgang Kubicki und Christian Lindner liegt eine Generation.

Also Lindner und Brüderle ?

Wir sind Teil eines guten Teams, das geschlossen für die Freiheit der Menschen in unserem Land kämpft.

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8 Kommentare zu "Rainer Brüderle: „Wir sind nicht auf dem Basar“"

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  • War der Autor schon mal auf einem Basar?
    Die FDP fällt ständig aus dem Sattel und wird immer wieder mit unglaublichem Kraftaufwand reingehoben.
    Den Medien darf man konstatieren, daß sie von ihrer eigenen Propaganda gehirngewaschen worden sind. Mir soll's recht sein.
    Habe ich schon früher festgestellt, am Ende glaubt und klammert man sich an seine eigenen Lebenslügen.

  • Die FDP ist schon längst ein bedeutungsloser Verein geworden.Sie wird nur von einem Bruchteil der Wähler gewählt und schmarotzt seit Ewigkeiten an den beiden großen Volksparteien SPD und CDU herum.Die jüngsten Wahlerfolge waren wohl eher an den Personen Kubicki und Lindner festzumachen.Personalisierter Wahlkampf lenkt vom Unvermögen und der Inhaltslosigkeit der Partei ab.Heute hüh morgen hott-So war es bei der FDP schon immer.Wie erbärmlich!

  • FlashGordon
    Was ist denn europäisch?
    Der Bruch des Maastrichvertrages durch Griechenland?
    Die Rechtsbrüche bei "No-bail-out" und Staatsfinanzierung (EZB) durch die Regierungen?
    Die Transfer-Union? Die undemokratischen Regelungen bezüglich des ESM? Die anstehende Inflation?
    etc.
    Auf ein solches Europa kann man pfeifen!
    Ein liberales Europa hat die Komponenten "Eigenverantwortung, Marktwirtschaft", Dezentralität, Wettbewerb, Einhaltung von Verträgen, Rechtssicherheit, Geldstabilität (laut Brüderle ist Inflation ein Verbrechen, seine Regierung nahm die Bremsklötze für selbige weg) etc. <- liberale Grundsätze

  • Ich gehe davon aus, dass die Bundesregierung schon jetzt daran arbeitet, die nunmehr auch massiv von den Franzosen geforderten Eurobonds einzuführen; zunächst wohl als Projektbonds.

    Unter „Europa braucht den Euro nicht“: Thilo Sarrazin sieht Eurobonds als „Buße für Holocaust und Weltkrieg“ berichtet FOCUS Online:
    "Sarrazin attackiert in seinem Buch SPD, Grüne und Linkspartei wegen ihrer Forderung nach ... „Eurobonds“: Die Befürworter seien „getrieben von jenem sehr deutschen Reflex, wonach die Buße für Holocaust und Weltkrieg erst endgültig getan ist, wenn wir alle unsere Belange, auch unser Geld, in europäische Hände gelegt haben“.
    S. hat hier also weder ESF + ESM auf Schuldgefühle zurückgeführt, noch die Regierungskoalition angegriffen.
    Wenn ich dann (in der WELT unter "Heftige Kritik an Sarrazin-Auftritt bei Günther Jauch") lese:
    "FDP-Generalsekretär Patrick Döring beklagt: "Sarrazin verknüpft die Frage der historischen Verantwortung Deutschlands unzulässig mit der aktuellen währungspolitischen Debatte. Das hat im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nichts zu suchen."
    Dann weiß ich: hier bellt ein nicht getretener Hund? Warum? Offenbar doch präventiv!
    Schade, dass die Interviewer das Brüderle-Schlitzohr nicht nach Eurofonds gefragt haben.
    Hoffentlich zerreißt deren Einführung dann endlich die kropfüberflüssige FDP!

  • Diese "Liberalen" haben die Stimmzettel zum Mitgliederentscheid in den Umschlagseiten der Mitgliederzeitschrift versteckt, um kein ungewolltes Ergebnis zu riskieren. Wegtreten!

  • Na bitte, geht doch !

    Seit sich die Partei wieder klar und deutlich zu Europa und zum Euro entschieden, und solche antieuropäischen Vollidioten wie Schäffler kaltgestellt hat, ist und bleibt sie auch meine 1. Wahl.

    Welche Alternative hat man denn auch mit einem 7-stelligen Jahreseinkommen, wenn auswandern nach Singapore aufgrund des Zeitunterschieds problematisch, die Schweiz zu öde und Monaco too snobby ist ?

    Weiter so, Rainer !

  • Niemals kann ich als Liberaler einer Partei meine Stimme geben, die fuer den ESM eintritt.

  • Ein Aufwind für die (Bundes)-FDP ist nicht zu sehen. Die Wähler scheinen zu differenzieren, denn in NRW ist der Erfolg Herrn Christian Lindner zuzuordnen und in Schleswig-Holstein Herrn Kubicki; die Bundes-FDP aber verharrt unter der 5%-Grenze. Dieses ist Personen wie Westerwelle, Rösler & Brüderle zuzurechnen. Dafür ist seine Lippe (Herr Brüderle) ganz schön dick.

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