Rassistische Gewalt
Übergriffe auf Asylunterkünfte stark gestiegen

Geflüchtete leben gefährlich – vor allem in deutschen Asylunterkünften. Laut Innenministerium sind Angriffe auf Flüchtlingsheime in diesem Jahr stark angestiegen. Auf die Kommunen wartet eine Herausforderung.
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BerlinDie Zahl der Übergriffe auf Asyl- und Flüchtlingsunterkünfte ist in diesem Jahr stark angestiegen. Im ersten Halbjahr seien 202 Delikte registriert worden, darunter 22 Gewalttaten, wie aus einer Reuters am Donnerstag vorliegenden Statistik des Bundesinnenministeriums hervorgeht. Die Zahl lag damit schon in den ersten sechs Monaten auf dem Niveau des gesamtes Vorjahres mit 203 Delikten. 173 Übergriffe seien von rechten Tätern verübt worden.

Berücksichtigt sind in der Liste alle Meldungen der Länder bis zum 6. Juli, so dass die Halbjahreszahl noch steigen kann. Zu Übergriffen werden Brandanschläge ebenso gerechnet wie Proteste vor Asylunterkünften. Der Trend dürfte sich in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen. Im Juli ereigneten sich etwa Übergriffe in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt.

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Burkhard Lischka, forderte die Länder auf, für eine ausreichende Polizeipräsenz vor den Unterkünften zu sorgen. Zudem sei nicht überall ein Wachschutz vor Ort. Zugleich kritisierte Lischka die Debatte über einen massenhaften Asylmissbrauch. Zusammen mit den von Bayern geplanten speziellen Aufnahmezentren für Menschen aus Westbalkanstaaten könne dies Täter zu Übergriffen motivieren, sagte Lischka der Nachrichtenagentur Reuters.

Auch der Vizepräsident des Deutschen Städtetags, Ulrich Maly, mahnte die Politik zu „sprachlicher Disziplin im Umgang mit dem Thema“. „Der Ton macht die Musik“, sagte der Nürnberger Oberbürgermeister zu Reuters. Zivilgesellschaftlich müsse „ein klarer Bann für jede Form von Gewalt, Anschlägen, Ausländerfeindlichkeit und Islamophobie verhängt werden“.

Der innenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Stephan Mayer (CSU), sagte Reuters, die Sicherheitsbehörden müssten alles daran setzen, um die Täter schnell zu fassen. Zudem stellte er sich in der Flüchtlingsdebatte hinter den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, der spezielle Erstaufnahmezentren für die ohnehin meist chancenlosen Asylbewerber aus dem Westbalkan schaffen will. Es sei unanständig, den CSU-Chef als „rhetorischen Brandstifter“ zu bezeichnen.

Vizekanzler Sigmar Gabriel bezeichnete die Flüchtlingsfrage als „die vielleicht sogar größte innenpolitische Herausforderung der kommenden Jahre, auch der europäischen“. Bei den Kommunen gebe es nicht nur ein finanzielles Problem sondern zunehmend auch Akzeptanzprobleme. „Das ist der Grund warum ich dazu rate, darüber keinen zugespitzten parteipolitischen Streit in Deutschland zu führen, weil wir damit die Verunsicherungen bedienen“.

Der Bund rechnet in diesem Jahr mit 450.000 Asylanträgen in Deutschland. Das sind mehr als doppelt so viele wie im vergangenen Jahr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der Flüchtlingsstrom nach Deutschland wird nicht mehr aufhören oder gar zu stoppen sein. Zu laut haben Politiker nach Arbeitskräften gerufen und bekommen
    sie jetzt Millionen als Flüchtlinge die nur ein Ziel haben wenn sie Europa erreichen.....Deutschland. Selbst aus dem eroberten Kosovo durch ROT/GRÜN
    kommen die Menschen, bleiben 5 Monate und leben mit dem erhaltenen Geld 8,9 Monate wieder zu hause. Ist das Geld alle ,kommen sie wieder. Die Brutalität aber wie man mit Kindern umgeht ist nicht mehr zu fassen. Jahrelang fühlen sich die Flüchtlingskinder hier sicher und werden dann brutal abgeschoben. Das ist
    typisch für ein Kinderfeindliches Land auf dessen Ampeln niemals eine Familie als Ampelmännchen abgedruckt wird.

    Alles werden wir teuer bezahlen , da die IS irgendwann die Schläfer in Europa abruft , die zu tausenden mit offenen Armen hier aufgenommen werden. Eine Kontrolle ist überhaupt nicht mehr möglich.

    Politiker sollte man davon jagen. Sie fahren uns gegen die Wand, die schon zu sehen ist.

  • Ichj finde so etwas grausig, das mal vorweg.
    Aber unsere Politiker hätten mit so etwas rechnen müssen
    Denn diese Lügerei von Flüchtlingen glaubt eben fast keiner mehr
    Inzwischen kommen Menschen aus Albanien, Tschetschenien usw. Das sind weder Flüchtlinge noch Asylanen.
    Und die Schwarzafrikern, jung, gesund gut gekleidet mit 2 Handys in der Tasche? Sind das Flüchtlinge?
    Und diese ganze Flüchtlinge" sind alle Moslems
    Diese Fluchten sind getürkt.
    Aber Merkel denkt gar nicht dran, endlich mal diesbezüglich ordentlich Politik zu machen
    Aber Flüchtlingsheime, wenn jemand drin wohnt, anzünden, nein, das geht gar nicht,

  • Noch verschweigen die Mainstream-Medien die wahren Gründe der Flutung des Landes mit Menschen aus aller Herren Länder. Noch lassen sich die meisten im Lande einlullen mit Berichten über arme, liebenswerte Flüchtlinge. Noch gibt es Hilfsbereitschaft. Doch erste Landräte und Bürgermeister läuten Alarm …. Kulturheime und Sporthallen müssen belegt werden, wenn der Strom anhält. Zeltstädte am Rande kleinerer Gemeinden werden notwendig. Es klingt durch, dass solche Maßnahmen auf Widerstand stoßen könnten. Um die Akzeptanz noch eine Weile aufrecht zu halten, sollten Wohnungsbesitzer Flüchtlinge privat aufnehmen. Die Kommunen würden 8-10 Euro pro Quadratmeter Flüchtlingswohnraum bezahlen. Hartz4-Empfänger werden 6,50 Euro zugebilligt. Da kommt Freude auf! Gegenwärtig erleben wir einen Prozess, in dem die seit Jahrtausenden angestammte Bevölkerung im Nachkriegs-Restdeutschland durch außereuropäische Einwanderer ausgewechselt wird. Dieser Austausch startet gerade in eine neue Dimension. Der wirtschaftliche Zusammenbruch Griechenlands versetzt die dort „parkenden“ Flüchtlinge in Panik. Sie fliehen Richtung Norden. Sobald die Hinhaltetaktik der EU gegenüber GR nicht mehr funktioniert, werden Italien, Spanien, Portugal und vielleicht sogar Frankreich folgen. Dann erst prallt der richtige Flüchtlings-Tsunami gegen Deutschland. Kein Apell für privaten Wohnraum wird dann helfen. Keine Turnhalle wird mehr sicher sein. Aus dem Unmut, der gegenwärtig erst vereinzelt auftritt, wird dann eine Massenbewegung. Die gut trainierten jungen „Fachkräfte“ werden sich zur Wehr setzen. Deeskalationsmaßnahmen der Politik werden verpuffen, sobald es in den Städten und Gemeinden brennt.

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