Rathmannsdorf in der Sächsischen Schweiz
Unterwegs im AfD-Kernland

Rathmannsdorf liegt im Elbsandsteingebirge, eine kleine Gemeinde im sächsischen Landschaftsschutzgebiet. Rathmannsdorf ist auch: Kernland der AfD – rund 44 Prozent der Wähler gaben der Partei hier ihre Stimme.
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Rathmannsdorf„Natürlich war die Wahl Thema bei den Kunden heute Morgen“, sagt die Verkäuferin hinterm Tresen der Bäckerei in Rathmannsdorf bei Bad Schandau in der sächsischen Schweiz. „Aber vor allem, weil die Zeitungen nicht rechtzeitig da waren.“ An einem kleinen Tisch im Laden ärgert sich ein Kunde über das schlechte Abschneiden seiner CDU bei der Bundestagswahl. „Aber das war abzusehen. Hier hat es schon die ganze Zeit gebrodelt.“

Rathmannsdorf, das sind etwa vier Quadratkilometer im Elbsandsteingebirge. Die Gemeinde ist Teil eines Landschaftsschutzgebietes, etwa 1000 Einwohner zwischen zwei Bereichen des Nationalparks „Sächsische Schweiz“. Die Arbeitslosenquote im Kreis liegt mit 5,3 Prozent noch unter dem für Ostdeutschland ohnehin guten sächsischen Schnitt.

Rathmannsdorf ist auch Kernland der AfD. Die Gemeinde gehört zum Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge – unter Einheimischen kurz SOE genannt. In diesem Kreis holte die AfD bei der Bundestagswahl nicht nur das beste Landesergebnis. Hier gewann die AfD-Landes- und Bundesvorsitzende Frauke Petry auch ihr Direktmandat für den Bundestag, in den sie nun im Zwist mit dem Rest der Partei vorerst als fraktionslose Abgeordnete einziehen wird.

Und in Rathmannsdorf gab es mit 43,9 Prozent der Stimmen die meisten für die AfD im ganzen Wahlkreis. 46,2 Prozent der gut 770 Wähler gaben Petry ihre Erststimme und sorgten so mit dafür, dass der langjährige CDU-Abgeordnete Klaus Brähmig sein Direktmandat verlor.

„Das war ganz klar ein Denkzettel“, konstatiert die Bäckereiverkäuferin. Grund sei neben der Flüchtlingspolitik auch die ungerechte Verteilung gewesen. „Wir haben hier auch Armut, auch bei uns gibt es Kinder, die nichts haben“, sagte die 52-Jährige.

Auf die Frage, warum dann die AfD habe punkten können und nicht etwa die SPD, die sich das Thema soziale Gerechtigkeit doch auf die Fahnen geschrieben habe, zuckt die 52-Jährige mit den Schultern. Die etablierten Parteien hätten das „für die Bürger nicht so rüberbringen“ können. Außerdem sei Martin Schulz als SPD-Kanzlerkandidat ja auch erst relativ spät auf der Wahlkampfbühne erschienen.

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  • Das Gutmenschengeschwätz von "wir haben zu sehr versucht, die Meinung der AFD zu übernehmen und deshalb Stimmen verloren" zieht nicht mehr. Selbst ein Goldhamster weiß mittlerweile, dass die Politiker denken, sie könnten die Wähler so lange mit vernebelndem Blabla hinhalten, bis Deutschland von den Migranten übernommen ist. Das Wahlergebnis hat bewiesen, dass der Wähler mit seiner Geduld bereits am Ende ist.

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