Rau sieht Präsidentendiskussion gelassen
Deutsche wollen Angela Merkel

Bundespräsident Johannes Rau sieht die Debatte über die Wahl des Staatsoberhaupts im nächsten Jahr entspannt. „Ich finde es richtig, dass es eine Personaldiskussion gibt“, sagte er am Sonntag in Berlin am Rande des Tages der offenen Tür in seinem Amtssitz Schloss Bellevue.

HB/dpa BERLIN. Unterdessen wird der Ruf nach einer Frau im höchsten Staatsamt lauter. Laut Forsa-Umfrage im Auftrag von „Bild am Sonntag“ und RTL halten die Bundesbürger CDU-Chefin Angela Merkel für die geeignetste Frau im Amt des Bundespräsidenten.

Bayerns FDP-Chefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sagte „Bild am Sonntag“: „Die Zeit ist reif für die erste Frau im höchsten Staatsamt. Dies sollte die FDP zur Wahl des nächsten Bundespräsidenten berücksichtigen.“ Ebenfalls für eine Frau an der Spitze des Staates tritt Bundestags-Vizepräsidentin Susanne Kastner (SPD) ein: „Wenn Johannes Rau nicht mehr antritt, muss endlich eine Frau an der Reihe sein.“

Der FDP-Fraktionschef im Düsseldorfer Landtag, Ingo Wolf, sagte: „Frau oder Mann ist zwar nicht das entscheidende Kriterium. Aber nach 54 Jahren Bundesrepublik kann ich mir eine anerkannte Frau wie Jutta Limbach als Staatsoberhaupt durchaus gut vorstellen.“ Die Präsidentin des Goethe-Instituts und frühere Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts wird als denkbare SPD-Kandidatin für eine eventuelle Rau-Nachfolge gehandelt.

Bei der Forsa-Umfrage landete Limbach (25 %) in der Gunst der Deutschen auf Platz fünf. Vor ihr platzierten sich neben Merkel (41 %) noch Schleswig-Holsteins Regierungschefin Heide Simonis (38 %), Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (34 %/beide SPD) und die TV-Moderatorin Sabine Christiansen (27 %). Forsa fragte am 14. und 15. August 1005 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger nach der Eignung von zehn ausgewählten prominenten Frauen.

Rau selbst kommentierte die Debatten über das Präsidentenamt beim Tag der offenen Tür nicht. Manches, was zu diesem Thema gesagt werde, teile er, „manches kann ich nicht nachvollziehen“, fügte er hinzu, ohne auf Details einzugehen.

Der Bundespräsident wird im Mai 2004 gewählt. Union und SPD haben in der Bundesversammlung keine Mehrheit. Deshalb kommt der Haltung der FDP eine wichtige Rolle zu. FDP-Vize Andreas Pinkwart warnte seine Partei davor, die Wahl des Bundespräsidenten mit einer Koalitionsaussage zu Gunsten der CDU/CSU zu verknüpfen: „Wer glaubt,so die FDP profilieren zu können, begeht einen schweren Fehler“, sagte der dem „Spiegel“.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%