Razzia bei Bundesbank-Mitarbeitern: Millionenbetrug mit falschen Euro-Münzen aufgeflogen

Razzia bei Bundesbank-Mitarbeitern
Millionenbetrug mit falschen Euro-Münzen aufgeflogen

Mitarbeiter der Bundesbank und der Lufthansa sollen mit einer organisierten Bande zusammengearbeitet haben, um verschrottete Euro-Münzen in China wieder zusammenzusetzen. Schaden: Mindestens 20 Millionen Euro.
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BerlinEin mutmaßlicher Millionenbetrug mit gefälschten  Euro-Münzen ist laut „Bild“-Zeitung Anlass für Durchsuchungen unter anderem bei Mitarbeitern der Deutschen Bundesbank und der Lufthansa gewesen. Wie bereits Anfang März bekannt wurde soll eine organisierte Bande von der Notenbank verschrottete Euro-Münzen ersteigert, nach China transportiert und dort wieder zusammengesetzt haben. Mithilfe von Lufthansa-Stewardessen soll das Geld nach Deutschland zurückgeschmuggelt worden sein - Bundesbank-Komplizen der Bande sollen das Schrottgeld dann bei der Zentralbank in Scheine umgetauscht haben.

Nun wurden bei einer Razzia im Rhein-Main-Gebiet nach Informationen der Zeitung am Mittwoch sechs Menschen festgenommen, einige von ihnen sitzen in Untersuchungshaft. Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu bestätigte der „Bild“-Zeitung: „Gegen die Tatverdächtigen läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Inverkehrbringen von Falschgeld.“ Der Schaden belaufe sich laut Schätzungen der Ermittler auf mindestens 20 Millionen Euro.

Möglich wurde der Betrug offenbar aufgrund des Verschrottungsverfahrens der Bundesbank: Die Zentralbank nimmt regelmäßig große Mengen verbrauchter Euro-Münzen aus dem Verkehr und macht sie unbrauchbar, indem sie den Kupfernickelkern vom Messingring trennt - und das Altmetall dann über die VEBEG, das Verwertungsunternehmen des Bundes, versteigert.


dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ja, über diese Methode wurde vor einiger Zeit schon berichtet. Aber wer behauptet, hier werde lediglich eine alte Story wieder ausgegraben, dem ist offensichtlich entgangen, dass es für die Berichte von heute tatsächlich einen aktuellen Anlass gab - nämlich die Durchsuchungen und Festnahmen im Raum Frankfurt.

    Und ja, eigentlich sind Münzen sehr viel länger "haltbar". Beschädigte Stücke wird es immer mal geben, aber ein Betrug in diesem Stil wäre wohl kaum möglich, wenn nicht auch (und danach sieht es ja aus) Mitarbeiter der Bundesbank daran beteiligt gewesen wären.

  • Der Spiegel berichtete am 7.3. darüber und man stellt sich die Frage:
    Wie ist es überhaupt möglich, daß relativ junge Euromünzen, die weniger als ein Drittel ihrer anberaumten Lebenszeit hinter sich haben, massenhaft verschrottet werden? Taugen diese nicht? Weshalb werden sie so schnell als unbrauchbar deklariert?
    In den USA geht man von einer Nutzungsdauer einer Münze von mindestens 30 Jahren aus – ein Schein nur etwa 40 Monate – siehe „Die Presse“ vom 7.3. - Studie: Ende des Ein Dollar-Scheins brächte Milliarden.

  • Was sind 20 Millionen für einen Saftladen, der mit über 300 Milliarden Zitronen handelt?

    Peanuts!

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