Razzia: Durchsuchungen bei Pforzheimer Islamisten

Razzia
Durchsuchungen bei Pforzheimer Islamisten

In Pforzheim durchsucht die Polizei Wohnungen radikaler Islamisten und beschlagnahmt Beweise. Auch in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen stehen potenzielle Gewalttäter unter Beobachtung.
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Pforzheim/DinslakenRazzia gegen Islamisten im Südwesten: Polizeibeamte haben am Donnerstagmorgen in Pforzheim mehrere Wohnungen durchsucht. Einen entsprechenden Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“ bestätigte die Staatsanwaltschaft Karlsruhe. Gegen die Verdächtigen wird wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren, staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt. Es wurden Beweismittel beschlagnahmt, aber keine Einzelheiten genannt. Festnahmen gab es offenbar nicht. Die Durchsuchungen stünden nicht im Zusammenhang mit dem Terroranschlag von Paris, sagte eine Sprecherin.

Auch anderorts haben die Behörden Islamisten im Blick. Der Präsident des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, ist vor allem besorgt über die wachsende Zahl der Dschihadisten, die von Deutschland in den Irak oder nach Syrien reisen und dort für die Terrormiliz IS kämpfen. Das Risiko, dass kampferprobte Rückkehrer in Deutschland aktiv werden, wachse somit, sagte er der „Rheinischen Post“ (Donnerstag).

In Niedersachsen ermitteln die Sicherheitsbehörden gegen mehr als ein Dutzend Islamisten, die nach Syrien aufgebrochen sind. Allein in Wolfsburg gibt es nach Informationen der „Bild“-Zeitung rund 50 IS-Unterstützer. Innenministerium und Verfassungsschutz bestätigten die Zahlen zunächst nicht.

Im nordrhein-westfälischen Dinslaken wurde am vergangenen Samstag ein Syrien-Rückkehrer festgenommen. Der Generalbundesanwalt wirft dem 24-jährigen Deutschen Mitgliedschaft in der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ vor. Er ist nach Informationen des „Stern“ vor ihr an Waffen ausgebildet worden, soll aber nicht gekämpft, sondern ein IS-Gefangenenlager bewacht haben.

Er war seit seiner Rückkehr überwacht worden. Nach den Anschlägen von Paris soll er von US-Behörden als möglicher Gefährder eingestuft worden sein. Hinweise auf konkrete Terrorpläne des 24-Jährigen in Deutschland gab es aber laut Bundesanwaltschaft nicht.

Der Staatsschutz zählte in Dinslaken-Lohberg im vergangenen Jahr 22 Salafisten. Vier Dschihadisten von dort sollen bei Gefechten in Syrien gestorben sein. In ganz Deutschland soll die islamistische Szene mehr als 43 000 Menschen umfassen. 7000 gelten als Salafisten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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