Re-Power-Chef kritisiert Preiserhöhungen der Energiekonzerne
Vahrenholt klagt über Gebühren für Strom-Durchleitung

Der Chef des Windanlagenbauers Re-Power, Fritz Vahrenholt, hat die Energiekonzerne für ihre jüngsten Preiserhöhungen kritisiert. Die Konzerne nutzten ihre regionale Monopol-Stellung bei Leitungen aus.

HB BERLIN. Nicht nur die Strompreise, sondern auch die Kosten für die Durchleitung durch die Strom- und Gasnetze würden angehoben, sagte der ehemalige Hamburger Umweltsenator am Montag im Deutschlandfunk: „Das behindert den Wettbewerb. Es zeigt sich also schon, dass hier die vier Oligopole ihre Monopolstellung massiv ausbauen wollen. Wettbewerb wird ausgeschaltet.“ Daher sei es höchste Zeit für eine Energie-Regulierungsbehörde.

„Jetzt haben sie die Politik auf den Plan gerufen. Das selbst eine Opposition, eine CDU, in deren Wirtschaftsrat Energiekonzerne reichlich vertreten sind, nach Verschärfung (der Regulierung) ruft, damit hatten sie, glaube ich, nicht gerechnet. Insofern eine unkluge Aktion der Manager insbesondere von Vattenfall und RWE“, sagte Vahrenholt weiter. Bei EON seien Preiserhöhungen zum Teil nachzuvollziehen, weil die Gaspreise etwas gestiegen seien. „Was man nicht verstehen kann, ist Vattenfall. Die haben überhaupt gar keinen Grund, die Preise anzuheben, denn sie lebt nachhaltig von Braunkohle und Kernenergie. Und beide Komponenten haben sich nicht verteuert. Insofern wird ein Argument hergeholt, um mitzuschwimmen, um Preise zu erhöhen, kurz bevor der Regulator einen solchen Monopolpreisanstieg verhindern kann im nächsten Jahr.“

Der CSU-Generalsekretär Markus Söder hatte zuvor erklärt, die derzeitigen Kontrollmöglichkeiten für die Energiepreise reichten nicht aus. „Eine staatliche Preisaufsicht sollte deshalb kein Tabu sein“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Die Grünen-Energieexpertin Michaele Hustedt forderte, die Konzerne sollten verpflichtet werden, „jede Preiserhöhung bei der Regulierungsbehörde zu begründen und genehmigen zu lassen.“ Teile der Union hatten in der vergangenen Woche gefordert, die Bundesregierung müsse bei der geplanten Überwachung des Marktes die Energiepreise künftig vorab genehmigen. Die Regierung plant eine nachträgliche Kontrolle.

In der vergangenen Woche hatte erstmals auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) Kritik an den Energiekonzernen geäußert.

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