Reaktion auf Aggression gegen Ukraine

CDU-Politiker stellen Fußball-WM in Russland infrage

Fußball-Weltmeister Deutschland will seinen Titel 2018 in Russland verteidigen. Doch in der CDU gibt es massive Zweifel, ob das Turnier angesichts des Ukraine-Konflikts dort überhaupt durchgeführt werden sollte.
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Fifa-Präsident Sepp Blatter (l.) und Russlands Präsident Wladimir Putin: Ruf nach Verlegung der WM in Russland 2018 wird lauter. Quelle: ap
Sepp Blatter, Wladimir Putin

Fifa-Präsident Sepp Blatter (l.) und Russlands Präsident Wladimir Putin: Ruf nach Verlegung der WM in Russland 2018 wird lauter.

(Foto: ap)

BerlinSeit Russlands Annexion der Halbinsel Krim ist das Land weltpolitisch ins Abseits geraten. Und schlimmer noch: die Ost-Ukraine ist nach wie vor schwer umkämpft. Bisherige Vermittlungsversuche des Westens scheiterten an der unnachgiebigen Haltung von Kreml-Chef Wladimir Putin.

Nach einem heftigen Wiederaufflammen der Kämpfe in der Ostukraine richten sich nun die Friedenshoffnungen auf einen Krisengipfel in Minsk. Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande sollen dort an diesem Mittwoch zu einem Gespräch mit Putin und dem ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko eintreffen. Hollande sagte, er reise mit dem „festen Willen zum Erfolg“ zu den Verhandlungen in der weißrussischen Hauptstadt. Doch genau dieser Erfolg ist ungewiss.

Sollte Putin im Ukraine-Konflikt keine Kompromissbereitschaft zeigen drohen neue Strafmaßnahmen des Westens. Die russische Wirtschaft steht wegen des Ölpreisverfalls, der Sanktionen des Westens und einer schon länger anhaltenden Kapitalflucht unter Druck. Doch Länder wie Großbritannien, Polen und die baltischen Staaten fordern schon heute mehr Härte gegen Russland.

Denkbar wäre - als härteste Maßnahme - ein Ausschluss Russlands aus dem internationalen Zahlungsverkehrssystem Swift. Aber auch ein Exportverbot von Hochtechnologiegütern, Kontensperrungen auf den engsten Beraterkreis Putins oder ein Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 wären denkbar.

Ein WM-Boykott findet auch in Berlin Befürworter. „Unter den gegenwärtigen Umständen russischer Aggression gegen die Ukraine kann ich mir (…) nicht vorstellen, dass eine deutsche Mannschaft in Russland teilnimmt“, schreibt der frühere Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz, auf seiner Facebook-Seite. Daher fände es richtig, wenn jetzt eine Diskussion über die Frage des Austragungsorts beginne.

Unterstützung erhält Polenz von Parteifreunden im Bundestag.

„Deutschland könnte der Welt wieder ein herzlicher Gastgeber sein“
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12 Kommentare zu "Reaktion auf Aggression gegen Ukraine: CDU-Politiker stellen Fußball-WM in Russland infrage"

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  • Das war doch schon abzusehen, dass unsere"heilige Sanktionata"...der CDU, die Fußball WM in Russland im Auftrag der VSA boykottieren wird! Mein Gott, was für eine verlogene Fremdgesteuerte Truppe. Und wieder das Lieblingswort unserer Kanzlerin und Ihrer USA Freunde "Annexion"! Mir stehen langsam die Haare zu Berge,bei dieser Deutschlandfeindlichen Politik. Wir können einem so großen Land wie Russland niemals schaden. Den größten Schaden werden Wir, durch, die willkürlichen,Amerika freundlichen Sanktionen gegen Russland selbst haben!!

  • Die Politiker welche jetzt so dämlich reden sind doch mitverantwortlich an diesem Dillemma denn so wie man vorgegangen ist war es zwangsläufig

  • Diskutieren Sie mit!

  • Nulands beste Leute in Deutschland haben gesprochen, was wollte man da anderes erwarten! Europa und seine Institutionen, insb. EU und EUR sind in ihrer größten Krise Seite Bestehen. Die komplexen Strukturen dort haben zu immer schwierigeren und langsameren Entscheidungsfindungen geführt, es braucht DRINGEND grundlegende Reformen, Cameron ist der einzige politische Führer eines EU-Landes, der das offen ausspricht, und er hat vollauf Recht damit.

  • Saudi-Arabien ist eine gute Alternative, wenn Herr Polenz etwas gegen Auspeitschungen haben sollte, wird er ausgepeitscht.

  • Gut dass wir noch solche Politiker haben, die dem (...) im Kreml mal zeigen was ne Harke ist. Den Mann sollte man zum Bundespräsidenten machen! Jawoll, keine WM in Russland und Gas nur noch aus den USA. Natürlich auch keine VWs mehr nach Russland verkaufen und auch keine münsterländer Schweinehälften. Das ist konsequente CDU-Politik.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Genau, völlig richtig.

    Alternativ könnte man die WM in einem politisch korrektem Land, wie z.B. Katar oder Saudi Arabien, stattfinden lassen.

  • Der Kommentar ist aus "technischen" Gründen etwas kurz geraten (Entertaste),
    er geht weiter.

    Kiew hat es bisher, aus welchen Gründen auch immer, verweigert mit den Separatisten in direkte Verhandlungen einzutreten unter vorheriger Schließung eines Waffenstillstandes.

    Auch Herr Neuerer sollte sich bequemen etwas differenzierter zu schreiben und nicht bloße Meinungen von bestimmten CDU-Hardlinern zur "Schuldfrage" im innerukrainischen Bruderkrieg zu kolportieren.

  • Die Regierung in Kiew ist an dem bisherigen Nichtzustandekommen einer Lösungmindestens ebenso stark beteiligt wie Putin und Russland.

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