Reaktion auf Kritik der Linken-Politikerin: SPD attestiert Wagenknecht inhaltliche „Verwirrtheit“

Reaktion auf Kritik der Linken-Politikerin
SPD attestiert Wagenknecht inhaltliche „Verwirrtheit“

Anmaßend und unverfroren nennt die SPD die Attacken von Linksfraktionsvize Wagenknecht auf den Ukraine-Kurs von Außenminister Steinmeier. Partei-Vize Stegner hofft, dass die Linken-Reformer bald das Ruder übernehmen.
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BerlinDer SPD-Bundesvize Ralf Stegner hat Kritik der Vize-Vorsitzenden der Linksfraktion, Sahra Wagenknecht, an der SPD-Außenpolitik scharf zurückgewiesen. „Frau Wagenknechts Anwürfe gegen die SPD sind anmaßend und unverfroren“, sagte Stegner Handelsblatt Online. „Wer in der Nachfolge der SED steht, sollte wenigstens den Anstand besitzen, sich dabei nicht auch noch auf Willy Brandt und die Sozialdemokratie zu berufen.“ Es sei nämlich die SPD, die neben den Grünen als „Nicht-Blockpartei“ erst seit der Wende in den neuen Ländern politische Freiheit genieße.

Mit Blick auf Äußerungen Wagenknechts zum Ukraine-Kurs der Bundesregierung sagte Stegner: „Die Kritik an der Diplomatie und den Entspannungsbemühungen von Außenminister Frank-Walter Steinmeier zeigt das Ausmaß der Isolierung und Verwirrtheit der inhaltlichen Positionen von Sahra Wagenknecht.“ Er hoffe sehr, „dass vernünftigere Personen und Positionen in der Linkspartei bis 2017 die Oberhand behalten“, fügte Stegner mit Blick auf eine mögliche rot-rote-Koalition hinzu. „Ansonsten wäre jede ernsthafte Aussicht auf Zusammenarbeit auf Bundesebene selbst theoretisch nicht vorstellbar.“

Wagenknecht hatte im Interview mit Handelsblatt Online Zugeständnisse für Rot-Rot-Grün abgelehnt. „Was von uns kommt, ist Druck. Druck ist das Einzige, was in diesen Parteien etwas bewirkt“, sagte Wagenknecht. Die SPD habe früher „ganz andere Positionen zur Außenpolitik“ gehabt, fügte sie hinzu. „Für Willy Brandt war Krieg die ultima irratio, er setzte in seiner neuen Ostpolitik auf Verständigung“, sagte Wagenknecht. „Wer sagt denn, dass wir uns ändern müssen und sich nicht eher die SPD wieder auf ihre Traditionen besinnen sollte.“

Im Übrigen müsse sich die SPD die Frage stellen, „ob sie wirklich für alle Ewigkeit in diesem 20-Prozent-Loch verharren will“. Wolle sie ewig Mehrheitsbeschaffer für die CDU sein? „Die SPD hat keine realistische Chance mehr, in diesem Land einen Kanzler zu stellen, wenn sie nicht mit uns kooperiert“, betonte Wagenknecht. Mit Blick auf die Grünen fügte sie hinzu: „Man soll die Hoffnung nie aufgeben, dass sie vielleicht auch wieder eine Friedenspartei wird. Dann gäbe es Gemeinsamkeiten.“

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„Niveaulose Plakat-Aktion der Grünen-Spitze“

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  • Es kann nicht anders sein, die dämlichste Anfeindung kommt mal wieder vom Blindfisch Herr Stegner. Ich frage mich, ob dieser Mensch nach seinem Statement noch weiß, was er da gerade gesagt hat. Oder ob er wirklich so verblendet ist, das auch zu glauben.
    Frau Wagenknecht hat mit ihrer Anschuldigung vollkommen recht. Denn bis heute hat sich unsere Regierung nicht von diesen Putschisten distanziert. Ganz im Gegenteil, es wird weitergemacht, als wenn die Öffentlichkeit Blöde währe und nicht informiert währe. Ein Eklat sondergleichen. Ich habe persönlich auf Frau Wagenknechts Seite einen Kommentar geschrieben, und sie gebeten den Finger weiterhin in diese Wunde zu drücken und nicht nach zu lassen, mit dieser Anschuldigung.
    Es währe eigentlich die Aufgabe der Medien, diese Dinge immer wieder anzuprangern. Um eine Stellungnahme der Regierung zu erzwingen. Aber leider ist in dieser gleichgeschalteten Medialität in Deutschland nicht mit einer neutralen Berichterstattung zu rechnen. Traurig, aber wahr.
    Als deutscher Staatsbürger muss ich mich fragen, ob ich eine Kanzlerin akzeptieren kann, die ihren Eid ignoriert, eine Politik zum Schaden des Volkes macht, Volkes Wille mit Füßen tritt, und uns in eine unbegrenzte Zeit der Versklavung durch die EU und das angestrebte Freihandelsabkommen mit den entfesselten Amerikanern führet. Fangt doch endlich mal an diese Verschwörung beim Namen zu nennen. Die Pläne zur „Neuen Welt Ordnung“ werden schon von allen Dächern gepfiffen, nur in der Presse findet es keinen Widerhall.
    Für Neugierige kann man sich hier einschreiben. : https://www.openpetition.de/petition/online/merkel-fuer-abgesetzt-erklaeren-uebergangsregierung-bilden

  • Die Wagenknecht würde ich gerne bei den Grünen sehen.

  • Na ja, Stegner hat ja wohl nun wirklich nicht das Format um es mit der Wagenknecht aufzunehmen.

    Zu Stegner fällt mir ein Zitat von Schopenhauer ein:

    'Die Grobheit besiegt jedes Argument und verscheucht allen Geist.'

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