Reaktion auf Reformen: Ministerin Schmidt erhält Drohbriefe

Reaktion auf Reformen
Ministerin Schmidt erhält Drohbriefe

"Frau Ministerin, Sie machen uns krank" - mit dieser Überschrift hatte eine Boulevardzeitung Bundesgesundheitsministerin Schmidt attakiert. Nun erhält sie Drohungen und Schmähbriefe. Die Regierung macht die Zeitungskampagne dafür verantwortlich.

HB BERLIN. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) erhält wegen der Reformen nach Angaben ihres Ministeriums zahlreiche Drohbriefe. Einige der Schreiben seien dem Bundeskriminalamt übergeben worden, das eine konkrete Bedrohung für die Politikerin prüfe, sagte Ministeriumssprecher Klaus Vater am Freitag in Berlin.

Er sowie Regierungssprecher Béla Anda machten vor allem die Berichterstattung und „Kampagne“ der „Bild“-Zeitung für die persönlichen Angriffe gegen Schmidt verantwortlich. Bei der Zeitung war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Auslöser der Drohungen in Briefen, Faxen und E-Mails war laut Vater vor allem ein Bericht der „Bild“-Zeitung mit der Überschrift „Frau Ministerin, Sie machen uns krank“. Gerade danach habe es zahlreiche verletzende, diskriminierende und bedrohliche Briefe gegeben. Einige dieser Schreiben enthielten Sprüche wie: „Sie gehören in die Gaskammer“. Das Bundeskriminalamt werte diese aus und prüfe, ob es einen „realen Gefährdungshintergrund“ gebe.

Anda erklärte, die persönlichen Anwürfe als Folge der Berichterstattung gingen „in der Tat zu weit“. Es gehe nicht um pauschale Vorwürfe gegen den Axel-Springer-Verlag, in dem das auflagenstärkste deutsche Blatt erscheint.

Schmidt hatte auf Grund des umstrittenen „Bild“-Berichts laut Vater eine gemeinsame Telefonaktion mit dem Blatt abgesagt und dies auch ihren Mitarbeitern untersagt. Seiner Informationspflicht werde das Ministerium aber auch gegenüber der „Bild“-Zeitung nachkommen, sagte Vater. Er ergänzte, mit anderen Zeitungen des Verlages klappe die Zusammenarbeit vorzüglich.

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