Reaktionen auf Alfa
„Bin gespannt, wann Lucke die dritte Partei gründet“

Mit seiner neuen Partei erntet Ex-AfD-Chef Bernd Lucke heftige Kritik und Spott. Sie SPD kanzelt die Alfa-Mitglieder als Wirrköpfe ab. Parteienforscher sehen sogar Vorteile für die AfD durch die Neugründung.
  • 5

BerlinDie neue Partei Alfa des Ex-AfD-Chefs Bernd Lucke stößt bei Politikern von SPD, Grünen und FDP auf scharfe Kritik. Lucke sei als Politiker eine „gescheiterte Existenz“, der mit der Alternative für Deutschland (AfD) genau das geerntet habe, was er selbst angerichtet hatte, sagte Stegner dem Handelsblatt. „Ob er nun eine neue antieuropäische Splittergruppe gründet oder nicht, ist ziemlich schnurz. Für demokratische Parteien können solche Rechtspopulisten und Wirrköpfe niemals Partner sein.“ Deutschland brauche eine Lucke-Partei so nötig wie einen Kropf.

Der Grünen-Innenpolitiker Volker Beck zeigte sich überzeugt, dass die neue Lucke-Partei „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ (Alfa) mit ihrem „chauvinistischen und egoistischen Anti-Euro-Kurs“ vor allem mit der ins Rechtsextreme abdriftenden AfD konkurriere, die wiederum in Sachsen der NPD das Wasser abgrabe. Zu all dem komme noch die Pegida dazu. „Der Wirrwarr zeigt, dass weder Ressentiments noch Hass ein sinnvolles Programm ergeben“, sagte Beck dem Handelsblatt.

Aber demokratische Parteien müssten diese „Ressentiment-Partei-Projekte ernst nehmen“, sagte Beck weiter. Der Kampf für Demokratie, Rechtsstaat und Menschenwürde müsse verstärkt werden, zumal die demokratischen Errungenschaften von Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz keine Selbstverständlichkeiten seien. „Sie müssen jeden Tag im Netz, am Stammtisch und auf der Straße verteidigt werden“, betonte der Grünen-Politiker.

Der einstige AfD-Gründer Lucke hatte am Sonntag kurz nach dem Rückzug aus seiner bisherigen Organisation eine neue Partei gegründet. Alfa wurde bei einem Treffen des von Lucke gegründeten Vereins „Weckruf 2015“ aus der Taufe gehoben. Lucke, der sich dem wirtschaftsliberalen Flügel der AfD zugerechnet hatte, war im Streit mit dem nationalkonservativen Flügel um seine Rivalin Frauke Petry unterlegen.

Der FDP-Politiker Volker Wissing sprach Lucke ab, für liberale Positionen zu stehen. Lucke sei und bleibe konservativ. Seine neue Partei werde ebenso wenig liberal wie seine alte. „Wer Intoleranz predigt und den gesellschaftlichen Wandel beklagt, ist kein Liberaler“, sagte das Mitglied im Präsidium der Liberalen dem Handelsblatt. Zwischen Lucke und der FDP lägen Welten. „Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis er wieder austritt und die dritte Partei gründet.“

Kommentare zu " Reaktionen auf Alfa: „Bin gespannt, wann Lucke die dritte Partei gründet“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wenn man lachen muss, entstehen Fehler - heißt natürlich "ihm".

  • Aber was Lucke kann, ist Parteien gründen und zwar sehr schnell.

    Das macht im keiner so schnell nach. Alle Achtung.

  • - Die SPD kanzelt die Alfa-Mitglieder als Wirrköpfe ab. Parteienforscher sehen sogar Vorteile für die AfD durch die Neugründung. -

    Den Namen gibt es auf jeden Fall schon. "Wirrköpfe" (70), könnte schon stimmen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%