Reaktionen auf Auto-Kommentar
Kretschmann erntet scharfe Kritik

Der designierte Ministerpräsident aus dem Ländle, Winfried Kretschmann, will die Autoindustrie ökologischer machen. Beim Koalitionspartner gibt es eine Abfuhr: Der Grünen-Politiker handle "wirtschaftspolitisch unklug".
  • 14

Berlin. Der designierte baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist mit seinen autokritischen Äußerungen auf Kritik bei SPD und CDU gestoßen. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier warf dem Politiker vor, wirtschaftspolitisch unklug zu handeln und lud die baden-württembergischen Autokonzerne zu Investitionen in seinem Bundesland ein. Kretschmann hatte in einem Interview erklärt, er wolle auch die Automobilindustrie in Baden-Württemberg ökologisch umbauen.

Dabei halte er es auch für richtig, wenn die Hersteller weniger Autos produzierten, sagte der Grünen-Politiker der „Bild am Sonntag“. Baden-Württemberg ist mit den Hauptsitzen von Daimler und Porsche sowie zahlreichen Zulieferern einer der wichtigsten Auto-Standorte in Deutschland. „Weniger Autos sind natürlich besser als mehr“, sagte Kretschmann, dessen Partei derzeit in der Endphase der Koalitionsverhandlungen mit der SPD ist.

Stattdessen gelte es, in Zukunft Mobilitätskonzepte zu verkaufen und nicht nur Autos. „Dazu gehören Laufen, Fahrradfahren, Autofahren, Eisenbahnfahren.“ Er sei gewählt worden, weil den Grünen zugetraut werde, aus „einer starken Industrieregion ein Land mit grünen Produktlinien zu machen. Wir wollen beweisen: Ökonomie und Ökologie gehören zusammen, wenn wir unsere Lebensgrundlagen nicht zerstören wollen.“

Auch von seinem künftigen Koalitionspartner wurde Kretschmann kritisiert. Weniger Autos bedeuteten weniger Wohlstand und weniger Arbeitsplätze, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Garrelt Duin am Montag. Kretschmann wandele auf einem schmalen Grat. „Die Grünen dürfen die industrielle Basis nicht leichtfertig aufs Spiel setzen“, sagte der SPD-Politiker.

Kretschmann versicherte in seinem Interview aber zugleich, die Autoindustrie müsse sich wegen einer grün-geführten Regierung keine Sorgen machen. Sie müsse allerdings in Zukunft Autos bauen, die viel weniger Sprit verbrauchten, um konkurrenzfähig zu bleiben. Schaffe es die Autoindustrie nicht, grüner zu werden, werde sie keine Zukunft haben, sagte der Grünen-Politiker.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Reaktionen auf Auto-Kommentar: Kretschmann erntet scharfe Kritik"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Porsche ist hoch verschuldet. VW fährt im Jubelaufschwung nicht das ein was es braucht,sagen meine zahlen. Der autokäufer in DE ist jahrzehnte Kreditfinanziert. Lass mich schauen wer zahlt eigentlich noch bar ? Das erwachen so mit Wachstum wird grausam ist aber Zukunft. China würde ja, Indien, Mexico die wollen den Stau nicht lasst uns auf den Mars weiter rasen.

  • Wenn Porsche die Autos nicht produziert, dann produziert sie halt ein anderer. Zweitens Porsche lässt sich sicherlich nicht sagen, welche Autos sie zu produzieren haben, sondern sie verlegen einfach den Standort. Es ist zutiefst anmassend, dass Grüne Wähler meinen Macht zu haben und vorschreiben zu müssen wer wie zu leben hat.

  • Ihr zwei seit sehr verwirrt ab mit euch ans band von VW da könnt ihr euch so richtig ausleben.ach nee der 1 Mai die nehmen euch nicht polen sind denen lieber.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%