Reaktionen auf die Wahl in Sachsen-Anhalt
„Wir werden keine Wackelkiste tragen“

Die Bürger haben in Sachsen-Anhalt gewählt. Nach der Landtagswahl wechselt nun voraussichtlich die Regierung. Lesen Sie hier die Reaktionen aus der Landes-Politik.

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, Jürgen Scharf, sprach von einem guten Ergebnis für seine Partei, die nach den Prognosen ihr Stimmenergebnis mit rund 37 Prozent in etwa gehalten hat. "Wir haben den Gestaltungsauftrag", sagte Scharf in der ARD. Ministerpräsident Wolfgang Böhmer werde auch der nächste Ministerpräsident sein.

Die FDP-Landesvorsitzende Cornelia Pieper meinte zu den Stimmenverlusten ihrer Partei, es stehe "Spitz auf Knopf", und noch gebe es eine schwarz-gelbe Mehrheit. In Sachsen-Anhalt gebe es keine Wechselstimmung.

Der SPD-Landesvorsitzende Holger Hövelmann sprach von einem "durchwachsenem Ergebnis" für seine Partei. Möglicherweise sei aber ein Wahlziel erreicht, nämlich dass die schwarz-gelbe Landesregierung nicht weiter regieren könne.

Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Wolfgang Böhmer (CDU), hat sich für eine Regierungsbildung mit stabiler Mehrheit ausgesprochen. "Wir werden keine Wackelkiste tragen", sagte er in der ARD. Schon jetzt sei sicher, dass nicht mehr die gleiche Mehrheit wie bisher bestehe, sagte Böhmer. Erst müsse jedoch das Wahlergebnis ausgewertet werden.

Die FDP-Landeschefin in Sachsen-Anhalt, Cornelia Pieper, kritisierte Ministerpräsident Böhmer. Es sei nicht hilfreich gewesen, dass er in der Koalitionsaussage so wankelmütig gewesen sei, sagte sie. Aber sie sei zuversichtlich, dass es noch für Schwarz-Gelb reiche.

Der SPD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, Jens Bullerjahn, ließ offen, welche Konsequenzen die Sozialdemokraten aus dem Wahlergebnis ziehen werden. "Die spannende Frage ist, ob es noch möglich ist, dass Schwarz-Gelb verhindert wird", sagte er. "Ich hätte mir schon ein Ergebnis gewünscht, das besser ist", sagte Bullerjahn. Schwarz-Gelb habe aber derzeit keine Mehrheit mehr. Er stelle sich auf einen langen Wahlabend ein. "Ich gehöre nicht zu denen, die um fünf nach sechs schon alles wissen", sagte Bullerjahn. Die SPD habe für sich allein gekämpft, betonte Bullerjahn. Er wies darauf hin, dass sie sich erst vor kurzem mit einer neuen Mannschaft neu aufgestellt habe.

Bullerjahn hat einer Koalition mit der Linkspartei in Magdeburg eine klare Absage erteilt. "Es wird überhaupt keine Gespräche zu Rot-Rot geben", sagte er am Sonntagabend im ZDF. Bullerjahn bekräftigte, dass die SPD für eine große Koalition in Magdeburg bereit stehe. "Daran hat sich nichts geändert", sagte Bullerjahn.

Der Spitzenkandidat der Linken, Wulf Gallert, sagte, seine Partei werde der SPD ein Gesprächsangebot machen, wenn das Stimmenergebnis ausreichen sollte.

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