Reaktionen auf Heye-Äußerungen
„Da ist es schick, Rassist zu sein“

Ein Sturm der Entrüstung ist über den früheren Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye hereingebrochen. Brandenburgs Politiker übten massive Kritik, nachdem er ausländische WM-Touristen vor Besuchen in dem Bundesland gewarnt hatte. Heye zog daraufhin seine Bemerkung zurück. Doch das Thema sorgt weiter für Wirbel.

HB BERLIN. Die drastische Warnung von Ex-Regierungssprecher Uwe Karsten Heye vor rechtsextremen Schlägern in Ostdeutschland ist auf ein überwiegend negatives Echo gestoßen. Allerdings wurde auch darauf hingewiesen, dass die von Heye beschriebene Gefahr für Farbige in bestimmten Regionen durchaus Realität sei. Heyes Berliner Verein „Gesicht zeigen!“ betonte: „Wir wissen aus unserer täglichen Arbeit, dass dunkelhäutige Menschen aus Angst vor Übergriffen bestimmte Regionen meiden - in ganz Deutschland.“

Wenige Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland hatte Heye am Mittwoch gesagt: „Es gibt kleine und mittlere Städte in Brandenburg und anderswo, wo ich keinem, der eine andere Hautfarbe hat, raten würde, hinzugehen. Er würde sie möglicherweise lebend nicht mehr verlassen.“

Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) sagte der „Berliner Zeitung“, Brandenburg habe zwar ein besonderes Problem mit rechtsextremistischer Gewalt. „Aber an vielen Orten wehren sich die Bürger auch dagegen.“ Dieses Engagement müsse man stärken und nicht konterkarieren.

Die türkischstämmigen Bundestagsabgeordneten Ekin Deligöz (Grüne) und Hüseyin-Kenan Aydin (Linksfraktion) warnten vor Panikmache. Damit werde fremdenfeindlichen Bestrebungen Vorschub geleistet. „Das ist ja, was die wollen, dass die Ausländer zu Hause bleiben und gar nicht herkommen“, sagte Deligöz der „Berliner Zeitung“.

Mit Blick auf die Fußball-WM erklärte die Vorsitzende des Tourismus-Ausschusses des Bundestages, Marlene Mortler, Heye habe ein Eigentor geschossen, indem er „Deutschland als ausländerfeindliches Land „empfiehlt““. Die CSU-Politikerin: „Gastfreundschaft und Herzlichkeit werden die Besucher während der WM beeindrucken, dessen bin ich mir sicher.“

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