Angela Merkel

Die Kanzlerin will die ganz Legislaturperiode im Amt bleiben.

(Foto: dpa)

Reaktionen auf Merkel-Interview Rückendeckung für Merkel – „die Kanzlerin hat verstanden“

Angela Merkel will bis 2021 regieren – aber mit einem neuen Team. Das findet in der Partei Zuspruch. Kritik kommt von anderer Seite.
Update: 12.02.2018 - 12:28 Uhr 12 Kommentare

BerlinAngela Merkel hat den Befreiungsschlag versucht. Mit gewissem Erfolg. Nach ihrem großen ZDF-Interview verstummt zwar nicht die parteiinterne Kritik am Ergebnis der Koalitionsverhandlungen – ihre Ankündigung der personellen Erneuerung findet allerdings viel Zuspruch.

Hessens Ministerpräsident und Parteivize Volker Bouffier begrüßte Merkels Vorstoß: „Die Kanzlerin hat verstanden“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Sie werde „ein klares Signal in Richtung personelle Erneuerung vor dem Parteitag geben.“ Auch Thüringens Landesparteichef Mike Mohring sprach in dem Blatt von einem „wichtigen Schritt nach vorn“. Sachsens neuer Ministerpräsident Michael Kretschmer äußerte sich ebenfalls positiv: In der neuen Regierung würden „neue Leute eine Rolle spielen“, sagte er in den ARD-„Tagesthemen“. „Wir brauchen einen Schwung im Kabinett.“

Der Chef der Jungen Union, Paul Ziemiak, nannte es ein „gutes Zeichen“, dass Merkel das Kabinett personell neu aufstellen will. „Wir brauchen ein großes Team aus Jüngeren und übrigens auch Älteren, aus neuen Köpfen und erfahrenen“, sagte er im ZDF-„Morgenmagazin“.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster verlangte für den Parteitag in zwei Wochen ein Tableau an Ministern, das für Erfahrung, Aufbruch und neues Selbstbewusstsein steht. „Das gilt besonders für die Funktion des Generalsekretärs“, sagte er der „Rheinischen Post“.

Angela Merkel hatte am Sonntag in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ angekündigt, „Personen Chancen zu geben, die ihre politische Zukunft noch vor sich haben oder mitten da drin sind.“. Zugleich bekräftigte die Kanzlerin, dass sie volle vier Jahre im Amt bleiben wolle, wenn die SPD dem ausgehandelten Koalitionsvertrag zustimmt.

Für EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger ist Merkel „unverändert stark“. Doch jedem sei auch klar, dass sie in ihre letzte Amtszeit gehe. Er halte Merkel für geschickt und klug genug, in diesen kommenden Jahren die Nachfolge geordnet einzuleiten.

Der ehemalige hessische CDU-Ministerpräsident Roland Koch forderte Merkel direkt auf, ihre Nachfolge zu regeln. „Die Parteiführung, und eben auch die Vorsitzende Angela Merkel, schulden den Wählern eine Antwort auf die Frage, welches die nächste Generation ist, die Verantwortung übernimmt“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Er hält es nicht für sinnvoll, mit einem Wechsel an der Parteispitze bis zur nächsten Wahl zu warten.

Der CDU-Innenexperte und frühere Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach rechnete trotz der parteiinternen Kritik an Merkel nicht mit Umsturzversuchen. „In der CDU wird es ganz bestimmt keine Revolte geben“, sagte Bosbach der „Rheinischen Post“. Die CDU sei im Gegensatz zur SPD doch eher pflegeleicht.

Enttäuscht zeigte sich der Bundestagsabgeordnete und Merkel-Kritiker Klaus-Peter Willsch: „Der Versuch, mit dem üblichen 'Weiter so' das schlechte Verhandlungsergebnis und die Wahlschlappe von September schönzureden, hat mich nicht überzeugt. Wir müssen uns in der CDU schon jetzt überlegen, wie wir uns ohne Merkel personell neu aufstellen.“

Auch die Opposition übte Kritik an Merkels Interview. „Die Kanzlerin bleibt sich treu: 'Weiter so'“, sagte FDP-Vize Wolfgang Kubicki im ZDF-„Heute Journal“. „Dass die Menschen 'Weiter so' nicht wollen, interessiert sie nicht.“ Grünen-Chefin Annalena Baerbock sagte an gleicher Stelle: „'Hauptsache wir haben eine Regierung' reicht definitiv nicht. Es gibt große Zukunftsthemen, die wir angehen müssen.“

Noch aber muss Merkel auf die Zustimmung der SPD-Mitglieder warten, ob sie weiterregieren kann. Falls die Sozialdemokraten mehrheitlich gegen den Koalitionsvertrag stimmen sollten, schloss die Kanzlerin jedoch nicht aus, bei einer dann möglichen Neuwahl erneut anzutreten. Bliebe sie volle vier Jahre im Amt, würde sie – mit dann 16 Amtsjahren – mit Helmut Kohl gleichziehen, der bisher am längsten als Kanzler in Deutschland regiert hat.

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12 Kommentare zu "Reaktionen auf Merkel-Interview: Rückendeckung für Merkel – „die Kanzlerin hat verstanden“"

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  • Die Alternativlose hat keineswegs verstanden, sonst hääte sie doch das donnernde "Merkel muss weg" vor allem aus dem Osten der Republik.

  • „ein klares Signal in Richtung personelle Erneuerung vor dem Parteitag geben" Hatte Herr Bouffier nicht kürzlich einen Schlaganfall? Anders wäre ein solcher Satz auch nicht zu erklären.

  • Die letzte Hoffnung, dieses ....stück mit den abgekauten Fingernägeln aus dem Amt zu befördern:
    der Mitgliederentscheid der SPD. Ansonsten geht die Zerstörung unseres Landes fröhlich weiter. Sie nennt es ihr "Versprechen" - ach wie edel! Dahinter verbirgt sich extreme Machtgeilheit, Deutschfeindlichkeit und Zerstörungswut. Unglücklicherweise sind keine Abgeordneten in Sicht, die aufbegehren - Merkels Marionetten trauen sich nur vereinzelt aus der Deckung. Ein Trauerspiel.

  • Ob Frau Merkel es verstanden hat wage ich zu bezweifeln. Schlimm it, daß die CDU und ihre Gremien, insbesondere die gewählten Bundestagsabgeordneten, anscheinend gar nichts verstanden haben. Frau Merkel führt die CDU in eine Sackgasse, die Belange der CDU Mitglieder und Wähler sind egal. Und die Bundestagsabgeordneten schauen zu und machen mit. Eine Minderheitsregierung mit klaren christlich konservativen Positionen hätte den Wählern deutslich gezeigt wofür die CDU/CSU steht und die anderen wären gezwungen gewesen ihrerseits entsprechende Postionen einzunehmen. Das hätte natürlich vorausgesetzt, daß die CDU eingeräumt hätte in der Flüchtlingpolitik schwere Fehler begangen zu haben. Dazu war Frau Merkel nicht in der Lage und die CDU Abgeordneten auch nicht. Die Quittung gibt es bei der nächsten Wahl. Schlimm ist, daß wir, die Bürger und Wähler die hier wohnen, leben und arbeiten, betrogen worden sind. Der CDU Wähler bekommt jetzt SPD Politik.

  • Da tobt sich die SPD an der Spitze aus und tatsächlich wagen es ein paar CDU Politiker endlich Kanzlerin Merkel indirekt zum Rücktritt zu bewegen . Aber noch ist es nicht soweit
    um sich hat Merkel ihren eisernen Vorhang und da drin der interne Zirkel der Merklinge

    Deutschland wurde von Merkel Gesellschaftlich wie schon oft 2017 von mir gesagt ruiniert. Niemand will eigentlich das Land regieren , es geht nur um Posten ,Posten und noch mal Posten. Die Anwärter auch heute nur ICH AG,s Narzissten die weder für ihre Partei noch für unser Land stehen ..Hier für alle als schlimmsten aller Fälle, Gabriel genannt.. Da Schulz als einer ohne Abitur es vom Bücherwurm bis nach oben in der
    Politik es geschafft hat ist das anzuerkennen. Leider verstehen Leute mit Abitur die teilweise alles tun um noch einen Dr Titel sich anzuhängen solche Leute nicht und die dürfen nicht so weit nach oben kommen. Leider ist Schulz in der falschen Partei , ich sehe
    im Vorstand der SPD keinen gestandenen Sozialdemokraten mehr, sonst wäre die Karriere
    von Schulz für alle lobenswert. Er hat nicht nur ein gutes Ergebnis eingefahren , auch sind
    Leute wie er flexibler und das wird ihm jetzt vorgeworfen als Wortbruch. Dabei ist BM Scholz aus Hamburg einer , der mir als Hamburger geschworen hat BM zu bleiben und nicht nach Berlin zu gehen, dass war einmal wie alle wissen .

    Mit Merkel wird unser Land nun den letzen Weg gehen , an ihrer Seite die alten Gesichter
    mit vielleicht 2 neuen und Olav Scholz als FM. Prima ausgesucht, in Hamburg hinterlässt er neben Kriminalität, Selbstsucht von Neubauten und Denkmahl : Elbtower 238 m
    ca, 32 Milliarden Euro Schulden. Als für Sozen ist das eine gute Bilanz. Sozusagen eine rote
    Null..





  • Können diese Hände lügen? ... sie haben es schon zu oft bewiesen. Merkel erzählt weiterhin Märchen und macht unverändert ihren Stiefel, um Deutschland so zu formen, wie die Grünen und Teile der SPD es wollen. Das ist nicht gut für "unser Land", wie man in diesen Kreisen politisch konform vermeidet, Deutschland in den Mund zu nehmen.

  • >> Bouffier begrüßte Merkels Vorstoß: „Die Kanzlerin hat verstanden“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Sie werde „ein klares Signal in Richtung personelle Erneuerung vor dem Parteitag geben >>

    (...) Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Hat verstanden, ja, aber wird sich und in der Sache nicht aendern.
    geht ja auch nicht, wenn man die Entscheidungen als alternatvlos
    deklariert und dann durchzieht.....

    EUDSSR ist in Sichtweite, wenn niemand, wie z.B. FDP, CSU, AfD, oder besser eine
    Konstruktive Alternative fuer Deutschland ( KAfD ) diese Revolution auf leisen Sohlen aufhaelt, die Deutschland und die Deutschen verarmen wird....:

    Eine EUDSSR ist nicht zum NULL-Tarif zu erhalten!

    Entweder mit Druck & Unterdrueckung, & totaler Opferbereitschaft bzw Zwang zur Opferbereitschaft, was wohl nicht funktioniert.

    Dann eben durch stetig staendig gesteigerte FOLTERMETHODEN, die zur VERARMUNG der Gefolterten fuehrt und zur Aufgabe der Widerstandkraft.....!

    DEUTSCHLAND HAT FERTIG, bei dem Weiter so!

    Wir wollen gut gerne und finazierbar in Deutschland wohnen und buergernah verwaltet und regiert warden....

    nicht durch Merkels Strippen-Zieherei und Kanzelwahlverein !!


  • Im Grunde kann man die Kanzlerschaft Merkel als Anleitung verstehen wie man eine leicht konservative Volkspartei eliminieren kann. Die Geister von Ulbricht und Honecker können mit Stolz auf ihre Nachfolgerin schauen.

    Richtig ist die Einschätzung..."In der CDU wird es ganz bestimmt keine Revolte geben“, sagte Bosbach der „Rheinischen Post“. " Ich vermute, die CDU Politiker werden aufgrund der Karriereaussichten ihre Meinung anpassen, oder sich zurückziehen.

  • Die, Kanzlerin, die nicht weiss, welche Fehler sie denn gemacht haben sollte, die hat verstanden.

    Alles klar, liebe CDUler?

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