Reaktionen auf Wahlprognosen
Merkel plant auch Verhandlungen mit SPD

Die Kanzlerkandidatin in der Union, Angela Merkel, hat den Regierungsauftrag für sich und ihre Unionspartei reklamiert. "Dafür haben wir ganz eindeutig den Auftrag", sagte Merkel am Sonntagabend in Berlin. Sie räumte zugleich ein, dass die Union das Wahlziel einer schwarz-gelben Regierung nach den ersten Hochrechnungen nicht erreicht habe.

HB BERLIN. "Wir sind stärkste Kraft und wollen die Regierungsbildung übernehmen", sagte Merkel am Sonntagabend im ZDF. Man müsse "ausloten, welche Möglichkeiten sich ergeben". Ob eine große Koalition ihre favorisierte Option sei, wollte Merkel nicht sagen. Die Welt sei "ein Stück komplizierter" geworden, aber Politiker seien dazu da, komplizierte Probleme zu lösen.

Der hessische CDU-Ministerpräsident Roland Koch hat eine große Koalition aus Union und SPD als Folge des Bundestagswahlergebnisses nicht ausgeschlossen. "Niemand darf eine große Koalition ausschließen, das haben die großen Parteien nie getan", sagte Koch am Sonntagabend im ZDF. Es sei aber noch zu früh, um konkrete Schlussfolgerungen aus dem Wahlergebnis zu ziehen. Ein Zusammengehen mit der SPD würde er aber als sehr kritisch ansehen: "Ich halte es für sehr, sehr schwierig, so etwas zu Stande zu bekommen."

CSU-Generalsekretär Markus Söder wertete das Ergebnis der Bundestagswahl als "klaren Regierungsauftrag für die Union". Den Prognosen zufolge sei die amtierende Bundesregierung abgewählt, sagte Söder am Sonntagabend im Bayerischen Fernsehen. "Damit ist das rot-grüne Kapitel für Deutschland erledigt." Die Union sei stärkste Kraft. Zur Zukunft von Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) wollte er sich nicht äußern.

Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering hat eine Zusammenarbeit mit der Linke.PDS ausgeschlossen. "Eines ist eindeutig klar: es wird eine Form der Zusammenarbeit in Koalition oder Duldung mit der Linke.PDS nicht geben mit den Sozialdemokraten", sagte Müntefering am Wahlabend nach den ersten Hochrechnungen in Berlin. Müntefering wertete das Ergebnis für die Sozialdemokraten als "Riesenerfolg" für Gerhard Schröder und die deutsche Sozialdemokratie. Das Ergebnis zeige, dass die Menschen in Deutschland Gerhard Schröder als Bundeskanzler haben wollten.

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