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Reaktionen in Storify: Ein einsames Lob unter viel Kritik

Die Kritik an Hevelings Beitrag überwog im Netz. Doch auch Zustimmung fand sich für seine provokante Position - und zwar von prominenter Stelle aus einem großen Verlag.

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3 Kommentare

  • 01.02.2012, 15:28 UhrAnonymer Benutzer: StefanHerwig

    Zwar ist Hevelings ungeschickte Kriegsrhetorik unkonstruktiv, aber geradezu verstörend ist der komplett fehlende Diskurs dahinter: Artikel in Spiegel, TAZ und sogar der Süddeutschen nehmen den Text auseinander, ohne sich auch nur ansatzweise der dahinter stehenden (und vielleicht nur ungeschickt verstellten) Argumentation zu widmen:
    Sind im "Web 2.0“ bürgerliche Werte in Gefahr? Sicherlich nicht im gesamten Web 2.0, aber die Ausläufer einer bevorstehenden Enteignung von Teilen der Gesellschaft in Sachen Privatsphäre, Urheberrecht, Persönlichkeitsrechte, etc. sind in der Tat kaum zu ignorieren. Weder der Netzaktivismusbetrieb noch die professionelle Presse setzt sich mit dieser Ebene des Hevelingartikels auseinander. Ist das die neue Diskussionskultur im Netz?
    Lassen Sie uns nicht vergessen, dass die polemische Rhetorik jahrelang von der Bloggeria gepflegt wurde („Content-Mafia“, „Abmahnwahn“, etc.). Aber wenn mal jemand zurückpoltert, ist gleich Amtsenthebung angesagt, oder – trauriger Tiefpunkt der Debatte – die geschmacklose Montage von Hevelings Text mit Bilder aus dem Dritten Reich durch Alphablogger Marius Sixtus. „You tough guys with the glass jaws…“ (Nicole Blackman).

    Wo ist also die sachliche Debatte? Sie ist selbst in Riegers Replik nur unter Nebelkerzen zu finden:
    Flattr ist ein tolles Geschäftsmodell? In welcher Paralleldimension?

    Nur Jugendliche begehen im Netz Urheberrechtsverletzungen, und das ist damit (l)egalisiert, dass sie kein Geld haben? Herr Rieger, Sie wissen es besser: Die 175 Mill$, die alleine der hochgenommene Filehoster Megaupload mit Premiumaccounts umgesetzt hatte sprechen da eine andere Sprache:
    Es besteht eine klare Interdependenz zwischen dem Fehlen der zurecht von Ihnen geforderten neuen Geschäftsmodelle und zwischen der Schwierigkeit, im Marktplatz Internet Urheberrechte durchzusetzen. Hier könnte man argumentativ ansetzen, und nicht mit der gleichen ätzenden Polemik zurückschießen, die bei Heveling kritisiert wird.

  • 31.01.2012, 10:23 UhrAnonymer Benutzer: WFriedrich

    In allen Zeiten wurde wissenschaftlich-technischer Fortschritt mit Zustimmung, Ablehnung oder Misstrauen begleitet. Letztlich war er aber nie aufzuhalten. Unsere Schlußfolgerung muss deshalb lauten: wir müssen die Vorteile des Neuen fördern und Nachteile ausbremsen. Betrachtet man dieses Postulat ebenfalls im historischen Kontext, so zeigt sich, dass die Beurteilung von Vorteilhaften und Nachteiligem stets subjektiv und nur temporär gültig war. Deshalb ist Hevelings Auffassung eine Einzelmeinung, die auch angesichts seines CDU-Bundesmandats keine andere Würdigung verdient. Sie kann aber zu einer breiteren Debatte beitragen, so dass über das Konsumtionsverhalten der Nutzer das Verhalten der Inhaltsanbieter beeinflusst werden könnte. Allerdings ist diese Erwartung sehr hoch gesteckt, weil die kulturellen, religiösen und politischen Vorstellungen in aller Welt stets die starke Differenzierung der Inhalte erzwingen. So wäre wohl nichts schädlicher, als bereits vorhandene politisch motivierte Dominanzen im Netz - unter Zurückdrängung von Meinungspluralismus - weiter auszubauen.

  • 31.01.2012, 04:43 UhrAnonymer Benutzer: Buettel-der-Bourgeoisie

    Ansgar Hevelings Artikel ist offenkundig eine Polemik, und wenn man sich die aufgeregten Reaktionen der Netzgemeinde anschaut, dann kann man sagen: Sie hat funktioniert. Stramme Leistung, Herr Heveling. Der "Endkampf um Mittelerde", wie Sie behaupten, hat wohl wirklich begonnen.
    Ein bisschen baff bin ich über das Ausmass an mangelnder Fachkunde in dieser Gemeinde - Copyright, Urheberrecht, geistiges Eigentum, Patente... - da wird so ziemlich alles durcheinandergeworfen. Beeindruckt bin ich von dem grossen utopischen Überschuss und von dem geringen selbst)kritischen Potenzial. Bekenntnisse der Gemeinde zu ihrer Sache gab es viele, aber nur wenige Argumente für sie. Vermutlich haben Sie deshalb Recht, Herr Heveling: So wird diese Gemeinde ihren Kampf nicht gewinnen.

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