Reaktionen zum Griechenland-Votum im #Bundestag
„Das wird ein nettes Weihnachtsgeschenk“

Das Hashtag #Bundestag auf Platz eins der deutschen Twitter-Trends: Bankrotterklärung für die SPD, Armutszeugnis für die CDU, Siegeszug für die Banken – so unterschiedlich bewerten Nutzer das Ja zum dritten Hilfspaket.
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BerlinGrünes Licht für das dritte Griechenland-Hilfspaket, eine Menge Kritik im Netz: Griechenland bekommt noch einmal 86 Milliarden Euro, so will es die Mehrheit des deutschen Bundestags. Das griechische Drama katapultierte das Hashtag #Bundestag auf Platz eins der deutschen Twitter-Trends.

Nicht nur in der Unionsfraktion von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt es massive Kritik an den frischen Geldern für Athen. Auch im Netz werden die erneuten Hilfen kontrovers diskutiert, bei Twitter waren viele kritische und spöttische Kommentare zu lesen.

So wettert der Linken-Chef Bernd Riexinger:

Auch weniger prominente Twitterer ärgern sich über die Entscheidung in Berlin:

Der FDP-Politiker Frank Schäffler schießt gegen den Deutschen Bundestag, in dem er von 2005 bis 2013 selbst Mitglied war.

Und die Heute-Show nimmt's mit Humor:

Auch auf der Handelsblatt-Facebook-Seite wird die Abstimmung kritisiert: „Bilderbuch-Demokratie. Alles gut in Deutschland, bitte weiterlaufen und shoppen“, meint Carlos Liberio ironisch.

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Posted by Handelsblatt on Mittwoch, 19. August 2015

„Auf Nimmerwiedersehen an die verheizten Milliarden. Gibt es heute in Athen wieder eine Spontanfeier?“ fragt Bernd Scheuerer. Und Nadine Sérotonine merkt an: „Das Wort Hilfspaket ist so unfassbar heuchlerisch.“

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Tina Halberschmidt, Social-Media-Redakteurin
Tina Halberschmidt
Handelsblatt / Teamleiterin und Redakteurin Social Media

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  • Donnerstag, 13. August, im Zentrum Athens: Tausende Menschen haben sich vor dem griechischen Parlament versammelt: Gewerkschafter, Krankenhausmitarbeiter, Familien mit Kindern. Sie sind gekommen, um ihrem Unmut Luft zu machen. In derselben Nacht sollen die Abgeordneten das neue Reformpaket verabschieden, so hat es die Regierung mit den Geldgebern vereinbart.

    Für die Menschen auf dem Syntagma-Platz heißt das auch: erneut Kürzungen bei Renten, Löhnen, erneut höhere Steuern auf Waren des täglichen Bedarfs - Sparmaßnahmen, die sie persönlich treffen, wie so häufig in den vergangenen fünf Jahren. Viele wissen inzwischen nicht mehr, wie sie über die Runden kommen sollen.

    Nur eine Gehminute entfernt, im Holmes Place, ist von dieser Verzweiflung nichts zu spüren. Ruhig ziehen die Mitglieder des edlen Spas ihre Bahnen im Pool. Sie gehören zur gehobenen Mittel- oder Oberschicht Athens. Gleich nebenan, ebenfalls in unmittelbarer Nähe zum Syntagma-Platz, reihen sich die Boutiquen der Luxusmarken, Dior, Luis Vuitton, Chanel. Es ist eine eigene Welt. Seltsam abgesondert von dem Elend, das insbesondere im Zentrum Athens umso augenscheinlicher wird, je länger die schwere Wirtschaftskrise des Landes andauert.

    Um mehr als ein Viertel ist die Wirtschaftsleistung Griechenlands seit 2009 gesunken, mehr als jeder Vierte ist arbeitslos. Die meisten von ihnen bekommen nicht einmal Sozialhilfe. Breite Bevölkerungsschichten sind in die Armut gerutscht.

    Doch für eine kleine Minderheit hat sich auch in den vergangenen Jahren wenig geändert. Die meisten von ihnen gehören zu den rund 800 Familien, die dem Historiker Heinz A. Richter zufolge mehr als 90 Prozent der griechischen Wirtschaftsleistung kontrollieren.

    Der italienische Fotograf Alessandro Gandolfi hat diese seltsame Parallelwelt in der Hauptstadt Athen dokumentiert - nicht nur im Zentrum, wo sich Superreiche und Obdachlose begegnen, sondern auch in den exklusiven Stadtteilen und Vororten im Süden und Norden: Glyfada, Vouliagmeni, K

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