Rechts von der CDU gärt es
Petry steckt in einer Lücke mit Lucke

Als Parteigründer Bernd Lucke 2015 die AfD verlässt, nimmt er Tausende Mitglieder mit. Bei Frauke Petry ist die Ausgangslage anders. Ihr Truppe ist noch sehr klein, sitzt aber dafür in mehreren deutschen Parlamenten.
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BerlinDrei Wochen ist es her, dass Frauke Petry der AfD den Rücken gekehrt hat. Einer Partei, in deren Aufstieg sie viereinhalb Jahre lang fast ihre ganze Energie gesteckt hat. Den Abend der niedersächsischen Landtagswahl verbringt die fraktionslose Abgeordnete und frühere AfD-Chefin mit ihren Kindern.

Wenn sie über die AfD spricht, rutscht Petry manchmal noch versehentlich ein „Wir“ heraus. Die Trennung ist noch sehr frisch. Fragt man diejenigen, die an der AfD-Spitze jetzt ohne sie die Strippen ziehen, ob womöglich noch weitere Bundestags- oder Landtagsabgeordnete zu der von Petry neu gegründeten „Blauen Partei“ wechseln könnten, erntet man meist nur ein Schulterzucken. Die Parole lautet: „Ach was, das Thema ist durch.“

Der Politologe Hajo Funke ist sich da nicht so sicher. Er vermutet: „Die Spannungen in der AfD werden weiter zunehmen.“ Grund dafür seien rassistische Äußerungen und ideologische Verschiebungen, die vor allem auf das Konto von AfD-Parteivize Alexander Gauland und seines wichtigen Verbündeten, des Thüringer Rechtsaußen Björn Höcke, gingen. „Es gibt Rechtskonservative in der AfD, die kriegen immer mehr Bauchschmerzen“, sagt Funke.

Ob die Unzufriedenen allerdings geschlossen ins Petry-Lager wechseln werden, ist seiner Ansicht nach fraglich. „Das hängt von ihrem Führungsstil ab und davon, wie organisationsstark ihre neue Truppe ist.“ Im Blick behalten sollte man aus seiner Sicht auch die vier Abgeordneten im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, die nach der Bundestagswahl aus der AfD-Fraktion ausgetreten waren. Sie haben die Fraktion „Bürger für Mecklenburg-Vorpommern“ gegründet. Für Funke ist das „eine konservative Abspaltung, die wirklich stimmig ist“.

Auch Anette Schultner hat jetzt das Handtuch geworden. Die Bundesvorsitzende der „Christen in der AfD“ sagt: „Was mich schier zur Verzweiflung gebracht hat in dieser Partei ist, dass das bürgerliche Lager nicht wehrhafter auftritt gegenüber den Radikalen.“ Die AfD habe trotz aller Probleme aber auch positive Impulse in die Gesellschaft gegeben, bilanziert sie. Schultner meint: „Wenn auch die Grünen jetzt über „Heimat“ reden, dann ist das doch gut.“ In Zukunft will sich Schultner im Bürgerforum „Blaue Wende“ engagieren, das Petry und ihre Unterstützer parallel zur neuen Partei ins Leben gerufen haben.

Funke und Petry glauben beide, dass viele Unzufriedene noch den Bundesparteitag abwarten wollen, wo Anfang Dezember ein neuer Parteivorstand gewählt werden soll. Zwei Mitglieder der AfD-Bundestagsfraktion aus Nordrhein-Westfalen haben schon angekündigt, dass mit einem Bundesvorsitzenden Höcke für sie eine rote Linie überschritten wäre.

Aus einigen anderen Landesverbänden hört man Ähnliches. Jörg Meuthen, der seit Petrys spektakulärem Abgang alleiniger Parteichef ist, will sich zu der Frage, ob er eine Kandidatur Höckes für den Parteivorstand befürworte, nicht äußern. Hinter den Kulissen sollen dazu aber nach Informationen aus Parteikreisen sehr wohl Gespräche laufen.

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  • Ist schon merkwürdig. Einerseits wird die AfD meist undifferenziert als Nazipartei dargestellt und wenn es in den Kram passt aber wieder als in sich gespalten, weil wohl doch nicht alle Nazis sind. Na was denn nun?

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