Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung
Krippenausbau wird deutlich teurer

Der von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) angekündigte Ausbau der Kinderbetreuung für unter Dreijährige wird womöglich deutlich teurer als bisher bekannt.

HB BERLIN. Nach Modellrechnungen des Familienministeriums, die dem Handelsblatt vorliegen, kommen auf die Kommunen Zusatzausgaben von 5,7 Mrd. Euro zu, wenn das Ziel der Ministerin umgesetzt wird, die Zahl der Betreuungsplätze bis 2013 von 250.000 auf 750.000 zu erhöhen. Bislang war nur von rund drei Mrd. Euro die Rede.

Sollte der von der SPD geforderte bundesweite Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung Realität werden, wären den Berechnungen zufolge sogar 830.000 Krippenplätze erforderlich. Die Kosten für die jährliche Betreuung und einmalige Investitionen für neue Einrichtungen würden sich dann bis 2013 auf 9,2 Mrd. Euro summieren. Die Zahlen dürften für neuen Zündstoff beim Familiengipfel sorgen, zu dem von der Leyen die Jugendminister der Länder für den kommenden Montag eingeladen hat.

Der Deutsche Landkreistag hält die Berechnungen des Ministeriums noch für zu niedrig. Er legte am Donnerstag eigene Berechnungen vor. Danach sollen sich die Gesamtkosten schon für die von der Familienministerin geforderten 500.000 zusätzlichen Plätze auf mindestens acht Mrd. Euro belaufen, davon fünf Mrd. für den Bau neuer Einrichtungen.

Hinzu kämen die Kosten für das Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG). Dieses hatte die westdeutschen Kommunen bereits 2002 verpflichtet, 230.000 Betreuungsplätze bis 2010 zu schaffen. Davon fehlen derzeit nach den Daten des Familienministeriums rund 150.000.

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