Rechtschreibung
Länderchefs segnen Reform der Reform ab

Lange wurde um sie gestritten, jetzt ist die Rechtschreibreform von 1996 engültig geändert. Die neuen Regeln sollen ab August in allen deutschen Schulen und Verwaltungen eingeführt werden. Nach der Reform der Reform soll künftig wieder mehr zusammen- und feststehende Begriffen groß geschrieben werden.

HB BERLIN. Für die Änderungen gilt ein einjährige Übergangsfrist. Abweichungen von den neuen Schreibweisen sollen von den Lehrern als falsch markiert, nicht aber als Fehler gewertet werden.

Den Gegnern der Rechtschreibreform gehen die Korrekturen immer noch nicht weit genug. „Mit diesem angeblichen Kompromiss kann kein Rechtschreibfriede erreicht werden“, hieß es in einer Erklärung des Vereins für deutsche Rechtschreibung“. Auch nach der Reform der Reform blieben „innere Widersprüche“, die umfassendere Korrekturen verlangten. Der Verein plädiert deshalb für eine „Rückkehr ins vertraute und vor allem funktionsfähige Heim der bewährten Schreibweisen“ vor 1996.

Beispiele zur geänderten Reform

Nach den Korrekturen der Rechtschreibreform soll künftig wieder mehr zusammengeschrieben werden - vor allem dann, wenn ein einheitlicher Wortakzent vorliegt. Bei feststehenden Begriffen wie „der Blaue Brief“, „der Runde Tisch“, „das Schwarze Brett“ soll wieder „dem allgemeinen Schreibgebrauch“ gefolgt und groß geschrieben werden.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) forderte die Politik auf, sich in Zukunft aus der Weiterentwicklung der deutschen Rechtschreibung herauszuhalten. „Es sei „viel Chaos angerichtet“ worden, sagteWulff. Die gesamte Diskussion um die Reform sei „ein einziges Fiasko“. Deutschland müsse in Zukunft auf die Kompetenz des Rates für Rechtschreibung setzen. Die „orthografische Krise“ sei trotz des jetzt gefundenen Kompromisses noch nicht überwunden.

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