Rechtsextremisten-Szene
Razzia bei „Blood and Honour“-Anhängern

Mit einer Razzia mehreren Bundesländern ist die Polizei gegen die verbotene Neonazi-Bewegung „Blood & Honour“ vorgegangen. Sie durchsuchte 119 Wohnungen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen.

HB FRANKFURT. In Bayern stellten die Fahnder mehrere funktionsfähige Waffen sicher. Die Beschuldigten werden den Angaben zufolge verdächtigt, die im September 2000 vom Bundesinnenministerium als rechtsextremistisch verbotene Vereinigung „Blood and Honour Division Deutschland“ und ihre Jugendorganisation „White Youth“ fortzuführen.

Allein in Bayern durchsuchten 220 Polizisten die Wohnungen von 37 Tatverdächtigen im Alter von 21 bis 33 Jahren. 27 Personen nahm die Polizei vorläufig fest, setzte sie aber nach Vernehmungen und teils erkennungsdienstlicher Behandlung wieder auf freien Fuß.

Bei den Durchsuchungen fanden die Beamten nach LKA-Angaben neben einer Vielzahl von Propagandamaterial mit nationalistischem und rassistischem Gedankengut bei drei verschiedenen Verdächtigen zwei schussfähige Kleinkaliber-Pistolen und eine funktionsfähige Handgranate. Zudem stellten die Fahnder zahlreiche CDs, Zeitschriften, Videofilme, Computer und Devotionalien der verbotenen Vereinigung sicher, die 1987 vom Sänger einer rechtsextremistischen britischen Skinheadband gegründet worden war.

In Baden-Württemberg wird gegen insgesamt 19 ehemalige Funktionäre und Unterstützer der Vereinigung ermittelt, wie das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Karlsruhe gemeinsam mitteilten. Die Verdächtigen im Alter zwischen 20 und 39 Jahren sollen vor allem mit dem Verkauf von Tonträgern und der Veranstaltung einschlägiger Konzerte nationalsozialistisches und rassistisches Gedankengut verbreitet und die verbotene Organisation fortgeführt haben.

In Hessen wurden die Wohnungen von sieben Beschuldigten durchsucht, wie das hessische Landeskriminalamt berichtete. Bei der Razzia waren landesweit 50 Beamte eingesetzt. In Rheinland-Pfalz ließen Polizei und Staatsanwaltschaft Wohnungen und Büros von fünf Verdächtigen durchsuchen.

Bei der Razzia wurden unter anderem CDs, DVDs, zahlreiche einschlägige T-Shirts, Transparente und Schriftgut sichergestellt. In einem Fall habe der Verdächtigte rund 50 verbotene Musik-CDs bei seinem Vermieter versteckt.

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