Rechtspopulismus „AfD kann zu realem Machtfaktor werden“

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„Demagogischer Populismus ist nicht nur ein Problem Amerikas“

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommen Oskar Niedermayer von der Freien Universität zu Berlin und Kai Arzheimer von der Universität Mainz. „Trumps Sieg wird bis zu unseren Wahlen nächstes Jahr längst wieder vergessen sein“, sagte Niedermayer dem Handelsblatt. „Das Ereignis selbst wird für das Wahlverhalten daher keine Rolle spielen, wohl aber seine Hauptursache, der Protest vieler Bürgerinnen und Bürger gegen eine politische Elite, die sie als abgehoben und überheblich wahrnehmen und von der sie ihre Interessen nicht mehr vertreten fühlen“. Diese Orientierungen seien auch in Deutschland „eine der wesentlichen Ursachen für die Wahl der AfD“.

„Natürlich gibt es angesichts seiner Äußerungen zur Zuwanderung, zu Minderheiten, zur EU und zu Russland durchaus eine gewisse Affinität zu Trump. Andererseits ist Trump in Deutschland, wie in vielen anderen europäischen Ländern, derzeit unglaublich unpopulär, und gerade die AfD und ihre Wähler stehen den USA extrem skeptisch gegenüber“, sagte Arzheimer dem Handelsblatt. „Das erklärt aus meiner Sicht, warum die Reaktionen aus der AfD bislang recht verhalten sind.“

Arzheimer rechnet auch nicht damit, dass nun andere rechte Gruppierungen in Europa vom Trump-Sieg profitieren werden. „Eine nachhaltige Stärkung der Rechtspopulisten durch Trump erwarte ich nicht“, sagte er. „Sein Erfolg ist für mich eher ein weiterer Beleg dafür, dass der Populismus für die große Mehrzahl der westlichen Demokratien eine ernsthafte Herausforderung darstellt.“

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) fürchtet daher auch eine einer Zunahme populistischer Kräfte in Europa. „Demagogischer Populismus ist nicht nur ein Problem Amerikas“, betonte der CDU-Politiker in einem Beitrag für die „Bild“-Zeitung. „Auch anderswo im Westen sind die politischen Debatten in einem besorgniserregenden Zustand.“

Unionsfraktionsvize Hans-Peter Friedrich (CSU) äußerte die Befürchtung, dass es auch in Deutschland zu einem „Trump-Effekt“ kommen könnte. Trumps Erfolg sei Ausdruck des Willens zur Selbstbestimmung. Dieser sei auch in Europa verstärkt erkennbar. „Viele Menschen fühlen sich fremdbestimmt - von der EZB, von EU-Technokraten, von TTIP und von den Folgen der unkontrollierten Zuwanderung“, sagte der CSU-Politiker dem Blatt. „Wenn sie von den Volksparteien keine Antworten bekommen, werden sie sich auch bei uns den Populisten zuwenden.“

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10 Kommentare zu "Rechtspopulismus: „AfD kann zu realem Machtfaktor werden“"

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  • @Tschortscho Eibl

    genauso ist es.

    Dazu die wirtschaftlich-politischen Verquickungen, zu der man sich u. a. aus der Schlottdorf-"Affäre" eine eigene Meinung bilden kann.

    Wem das aus dieser Sory noch nicht möglich sein sollte, mag sich dazu noch mit dem Fall "Mollath" etwas beschäftigen. Es ist schon aufschlussreich, wie sich die Politik in Bayern der Justiz "bedient", um "gefährlich eingestufte" Personen dauerhaft der "Öffentlichkeit" zu entziehen. Wenn es nach Poliitik und Justiz in Bayern gegangen wäre, säße Mollath noch bis jetzt in der Klappse.

    Nein danke - eine CSU brauche ich nicht bundesweit.

    Bei Dumpfbacken weiß man wnigstens wo man dran ist.

  • @Heinz

    http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/profitiert-soders-familie-von-der-fluchtlingskrise-1.4936539

    Die CSU war noch nie eine Alternative!
    Haben alle Entscheidungen mitgetragen, ausschließlich Sturm im Wasserglas, um die Macht in Bayern zu erhalten.

  • Bei der AfD-Gründung, hat mir die Partei sehr gefallen. Ich habe sogar überlegt Mitglied zu werden. War ich noch in keiner Partei. Inzwischen ist die AfD völlig abgedriftet. Es mag ja sein, dass sie einen Teil der Bevölkerung erreicht, aber meine Partei kann das nicht sein. Eine Partei, die Putin und Trump bewundert, ist für micht nicht mehr wählbar, auch wenn sie einige gute Forderungen vertritt. Leider sind die anderen Parteien auch nicht wählbar. Einzig die CSU käme noch in Betracht. Aber bis zur Wahl des BT ist es ja noch einige Zeit hin. Bis dahin werden wir ja erleben, was der Trump uns beschert. Ich befürchte jedenfalls nichts Gutes.

  • „AfD kann zu realem Machtfaktor werden“

    Darauf können Sie wetten.

    Bei uns wird es bei den Wahlen nächstes Jahr wahrscheinlich ganz genauso laufen wie anderswo in Europa und gerade in den USA:

    Die „Wütenden“ (das meist völlig zu Recht), die Verblendeten und die Hetzer rennen alle hin, und der Rest bleibt zu Hause.

    Nein, das ist nicht mal verantwortungslos:
    Es macht keinen Sinn, ein sieches System künstlich am Leben zu erhalten, indem man das mit Abstand wichtigste Projekt aller Parteien und Politiker weiterhin unterstützt: Machterhalt.

    Und dann war’s das erst mal mit Demokratie, Meinungsfreiheit, „freier Entfaltung der Persönlichkeit“ und anderen wünschenswerten Dingen.

    Um das überhaupt realisieren zu können, stecken die Politiker nicht nur viel zu sehr im System fest, sondern sind auch viel zu sehr von Bürokratie und internen Machtspielchen in Anspruch genommen.

    Nichtstun und abgesehen von Protesten und verbalen „Stellungnahmen“ tatenlos zusehen, bis es soweit ist, darf ein verständiger Bürger schon wegen seiner Verantwortung für sich und andere allerdings nicht.

    Mit dem Aufbau eines in die heutige Zeit passenden, alle Menschen einbeziehenden Demokratiesystems auf digitaler Basis anzufangen wäre da schon die bessere Alternative, auch wenn dies mit großen Anstrengungen verbunden ist.

    Transformationsprozesse sind wohl immer schmerzhaft, aber man kann sie abkürzen.

    Ein schlechtes, korruptionszerfressenes System wie das jetzige kann man jedenfalls nur noch verschlimmbessern.

    Lesenswert zum Thema: der Artikel "Banalisierung des Bösen" heute auf Seite 14 im Handelsblatt.

  • Ich lese immer "politische Elite". Was ich finde, sind Pädophile und andere sexuell abartige, Drogenkonsumenten, Hochstapler (falsche Doktoren und Lebenslauf-Fälscher), Studienabbrecher, Bigamisten, Stasi-Spitzel..... Wie kann es jemand wagen, diese Leute als "ELITE" zu bezeichnen?

  • Na ja, manche kapieren es nie.
    Das AfD-Bashing bringt nix.

    Da es auch weiterhin keine kritische Auseinandersetzung gibt, was manche Beschlüsse unserer Regierung betrifft, wird die Presse immer weniger ernst genommen.

    Auch die abschätzige Abkanzelung als Populismus bringt nix. Denn populus=Volk. Sollte in einer Demokratie nicht die Macht vom Volke ausgehen? Bei uns nur von elitären, arroganten und abgehobenen Abgeordneten.

    Dann die Aussage, das sei eine Gefahr für die Demokratie. Wenn aus einer Minderheitenmeinung eine Mehrheitsmeinung wird, dann ist das Demokratie. Als Gefahr wird es nur von denen gesehen, die ihre Diäten und Fresströge verlieren werden.
    Wenn sie das nicht wollen, müssen sie ihre Politik ändern und endlich Volkes Wille beachten.

    Andernfalls wird es weiter um Anstieg der Protestwähler kommen. Die Warnschüsse bei den Landtagswahlen wurden bis heute nicht wirklich wahrgenommen.

    Die politische Elite ist zu weit weg von den Völkern und sind meines Erachtens die eigentlich Schuldigen für die Spaltung der Gesellschaften.
    Eine EU für Konzerne, nicht für Menschen, macht das möglich: Während Konzerne immer noch größere Rekordgewinne machen, gleichzeitig aber immer mehr Menschen nicht mehr mit dem erarbeiteten (sofern sie einen Job haben) zurecht kommen, völlig verfehlte Euro-Politik, Ungehemmte und ungewollte Flüchtlingswelle.....

    Die Folge:
    Syriza in Griechenland
    Podemos in Spanien
    MoVimento 5 Stelle in Italien
    Front National in Frankreich
    PiS in Polen
    AfD in Deutschland
    Brexit

    Wenn Konzerne zu den mächtigen Heranwachsen, vergleichbar mit den Adligen im Mittelelter, dann wird es auch den gleichen Weg gehen.
    Den Adligen wurden die Köpfe abgeschlagen. Dann wurde es schlimmer und dann besser. Anschließend geht es wieder von vorne los.

    Der Mensch ist nicht lernfähig, warum also den Planeten retten ?

  • Wunschdenken bleibt Wunschdenken in Deutschland. Die Presse und die Politikwissenschaftler sollten auch mal raus ins Land fahren und die Stimmen der Frustrierten hören.
    Sonst stehen wieder viele mit blassen Gesichtern herum - nach der Bundestagswahl - und fragen sich wie das passieren konnte.

  • Vorzugsweise sollte man sich mit solchen "Politikwissenschaftlern " unterhalten , deren Aussagen richtig waren !

  • "Politikwissenschaftler bezweifeln das."

    Wenn diese "Wissenschaftler" genauso gut sind wie beim BREXIT und der US-Wahl, dann kann die AfD jetzt schon den Champagner kaufen.

    Niemand braucht Politikwissenschaftler; sie sind einfach überflüssig.

  • Oh weh, der Hassprediger Neuerer hat wieder zuschlagen dürfen. Wann wird der endlich gefeuert? Wie immer liegt er völlig daneben, wenn er was über die AfD schreibt. Ebenso wie dieser "Experte". Ich bin (fast) von Anfang an bei der AfD. ALLE, die ich kenne (immerhin ein paar hundert) freuen sich über Trumps Sieg. Was daraus wird, bleibt natürlich abzuwarten.
    PS: Neuerer und sein Experte haben kein Internet und sind nicht bei facebook, oder?
    Achso, das interessiert sie alles gar nicht erst. Reicht ja, wenn man seine verbohrte, postfaktische Propaganda verbreiten kann. Dann werden sie halt eine Überraschung erleben, genauso wie im Fall Trump! Und können dann genauso heulen wie jetzt der ganze mainstream. Ist das schön!

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