Rechtsrock an Bord
Neuer Wirbel um Segelschulschiff „Gorch Fock“

Nach dem Unfalltod einer Kadettin im Jahr 2010 war es wieder ruhiger geworden um das Marine-Segelschulschiff „Gorch Fock“. Jetzt gibt es neuen Ärger: Crewmitglieder sollen an Bord Rechtsrock gehört haben.
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Rostock/KielNeuer Wirbel um das Segelschulschiff „Gorch Fock“: Crewmitglieder sollen einem NDR-Bericht zufolge bei der Arbeit an Bord laut Rechtsrock gehört haben. Die Überprüfung des Vorfalls ergab nach den Worten von Marinesprecher Uwe Rossmeisl, dass der abgespielte Titel nicht als jugendgefährdend auf dem Index steht. Die Band sei derzeit nicht als rechtsextreme Musikgruppe eingestuft, damit sei keine strafrechtliche Relevanz gegeben, sagte er am Donnerstag. „Der Verdacht eines Dienstvergehens entfällt.“

Das Abspielen nicht verbotener, jedoch „grenzwertiger“ Musik sei dennoch nicht nur eine Frage des Geschmacks. Alle Vorgesetzten stünden vor der permanenten Herausforderung, ihre Untergebenen zu sensibilisieren. „Das Thema Rechtsextremismus steht in der Marine wie in der Bundeswehr insgesamt im Fokus aufmerksamer Beobachtung, und extremistischen Tendenzen wird mit Entschiedenheit entgegen getreten“, versicherte Rossmeisl.

Laut NDR stammt die Musik von der Band „Kategorie C“. Ein Fernsehteam hatte die „Gorch Fock“ auf einer ihrer ersten Fahrten nach dem Tod einer Offiziersanwärterin begleitet und dabei auch Crewmitglieder bei der Arbeit gefilmt. Dabei wurde die laute Rockmusik mit aufgenommen.

„Kategorie C“ ist eine Hooligan-Band aus Bremen, die das Land auch in seinem Verfassungsschutzbericht 2012 erwähnt. „Die Band ist besonders wegen ihrer gewaltverherrlichenden Lieder auch in der rechtsextremistischen Skinhead- und Neonazi-Szene beliebt“, heißt es in dem Bericht. „Ihre Konzerte tragen zur Mobilisierung und zum Zusammenhalt der Szene bei, schaffen die Möglichkeit zum Kontakt und geben Gelegenheit zur Rekrutierung von Sympathisanten für die Szene.“

Auch der Leiter des Regionalzentrums für demokratische Kultur Westmecklenburg, Daniel Trepsdorf, sieht die Band weit rechts. „Die Texte sind voller nationaler Chauvinismen“, sagte er. Auch wenn „Kategorie C“ nicht verboten sei, müssten sich Offiziere und Soldaten der „Gorch Fock“ doch stets bewusst sein, dass sie Bürgerinnen und Bürger in Uniform seien. Eine „rote Linie“ müsse klar gezogen werden, forderte Trepsdorf. Die Marine könne beispielsweise von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und in der Hausordnung regeln, dass antidemokratische, rassistische und menschenverachtende Subkulturen nicht gestattet sind.

Die Ausbildung auf der „Gorch Fock“ war im November 2010 nach dem tödlichen Sturz einer 25-jährigen Kadettin aus der Takelage ausgesetzt worden. Wenig später hagelte es Negativ-Schlagzeilen über chaotische Zustände auf dem Schiff. Vorwürfe der Drangsalierung und sexuellen Belästigung standen im Raum.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rechtsrock an Bord: Neuer Wirbel um Segelschulschiff „Gorch Fock“"

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  • "Neuer Wirbel um Segelschulschiff „Gorch Fock“"

    Ich bin schon furchtbar erschrocken, als ich DAS las!
    Um Himmels Willen, was mag da Schlimmes passiert sein?
    Hat da vielleicht einer Heino gehört?
    Etwa "Schwarzbraun, iß die Haselnuß" oder noch Schlimmeres?
    Oder hat ein Kadett etwa das Schlimmste verbrochen, was man sich an Bord eines Segelschulschiffs leisten kann?
    Hat da TATSÄCHLICH einer Joghurt aus rechtsdrehenden Milchsäurekulturen gegessen?
    Wo doch an Bord sämtlicher deutscher Segelschulschiffe seit mind. 1945 AUSSCHLIESSLICH Joghurt aus LINKSDREHENDEN Milchsäuren gestattet ist?
    Furchtbar! Unermeßlicher Schaden für DE!
    Hat die israelische Regierung schon den toitschen Außenminister einbestellt? NICHT?
    Na dann wird es aber höchste Zeit!
    Da müaßt" ma si ja glei der Sind"n ferchten...! (o:)

  • Wenn ich das alles lese, wundert mich nichts mehr!

  • Das Segelschulschiff "Gorch Fock" ist DAS Repräsentationsereignis der Bundesmarine. Die Offiziersanwärter dort reräsentieren bei ihren Auslandsbesuchen die BRD.

    Selbstverständlich haben sich die Offiziersanwärter, die meinen, an Bord Nazirock hören zu müssen, genauso zu verantworten wie ihre Ausbilder. Es geht nicht an, dass junge Soldaten, deren Ausbildung von Steuergeldern finanziert wird, als Neonazis aus der Bundesmarine entlassen werden.

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