Rede für Sarasin: Steinbrück sagt Vortrag bei Schweizer Privatbank ab

Rede für Sarasin
Steinbrück sagt Vortrag bei Schweizer Privatbank ab

Für eine Ansprache zum Dinner hatte die Privatbank Sarasin einen prominenten Gast verpflichtet: Peer Steinbrück. Bis zuletzt rüttelte der SPD-Kanzlerkandidat an dem Termin nicht. Doch jetzt macht er einen Rückzieher.
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BerlinAuf Peer Steinbrück werden einige, die es gut mit ihm meinen, eingeredet haben. Ein weiterer hochdotierter Vortrag auf Einladung einer Bank? Nach all den Diskussionen um seine Nebeneinkünfte in den vergangenen Wochen? Das lässt sich nur schwer erklären – selbst wenn das 15.000-Euro-Honorar gespendet wird.

Am Mittwoch zog Steinbrück die Notbremse: Er sagte seinen Vortrag bei einer Schweizer Privatbank Sarasin am Donnerstag ab. Das teilte sein Sprecher Michael Donnermeyer mit. Grund seien Berichte über staatsanwaltliche Ermittlungen bei der Bank. Daher werde Steinbrück seine im Frühjahr getroffene vertragliche Zusage nicht einhalten.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass Steinbrück am Donnerstag eine sogenannte Dinnerspeach für die Schweizer Privatbank Sarasin in Frankfurt am Main halten wollte. Drei Tage vor dem Bundesparteitag der Sozialdemokraten. Dort soll er vom designierten zum tatsächlichen Kanzlerkandidaten der SPD gekürt werden. Wegen seiner Vorträge war Steinbrück schon reichlich unter Druck geraten. So hatte er mit Vortragshonoraren nach eigenen Angaben seit 2009 rund 1,25 Millionen Euro eingenommen.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor berichtet, dass neben der Hypo-Vereinsbank (HVB) auch eine Schweizer Privatbank durchsucht worden sei, die mehrere Niederlassungen in Deutschland betreibt. Demnach solle es sich um das Bankhaus Sarasin mit Stammsitz in Basel handeln.

Laut Bericht soll die Privatbank in mehrere Aktiendeals rund um die HVB, den Berliner Immobilienunternehmer Rafael Roth und einen Anwalt verwickelt sein, bei dem in der Bundesrepublik angeblich Steuern in Höhe von knapp 124 Millionen Euro hinterzogen wurden. Sarasin erklärte auf Anfrage der Zeitung, man habe "derzeit keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten der Bank". Gleichwohl habe man sofort eine "interne Untersuchung eingeleitet, um die Situation zu klären".

 

Kommentare zu "Steinbrück sagt Vortrag bei Schweizer Privatbank ab "

Alle Kommentare
  • die b-Riten.en? Im CLUB DER ROTEN LICHTER?

  • Vielleicht hat ja Steinbück den Sack voll ,....... Aber einige Politiker bekommen eben den Hals nicht voll ..... Oder er steigt auf Naturalien um :-)



  • Die Eurokrise sollte eignentlich SPD und ihren Kandidaten fordern.

    Steinbrueck ist schlichtweg erkenntnisresistent. Meine Stimme kriegt er nicht...

  • Man sieht aber auch die Dummheit der Schweizer Bank.
    Ich lade doch keinen ein, der mir vorher mit dem Einreiten der Kavallarie gedroht hat.

  • In gewisser Weise ähnelt Steinbrück der "EU in Brüssel". Die Umstände, in unter denen die Anderen leben ist ihnen egal, Hauptsache abkassieren.

    Als Christ fällt einem da ein:
    Man soll "Gott dienen" und nicht "Mammon" dem Gott des Geldes. Denen ist aber EU und auch Steinbrück hoffnungslos verfallen. Er springt erst im letzten Moment ab, 1/2 Sunde bevor der Steuerfahrder klingelt bei der Bank - quasi.

    Was redet Steinbrück eigentlich immer bei seinen Vorträgen ? Warum bezahlt jemand überhaupt Geld dafür ? Was für fachliche Super-Inhalte vermittelt Steinbrück bei seinen Vorträgen ? Weiss das jemand ? Oder steht nur "Vortrag" auf der Rechnung und sie fand etwa garnicht statt ?

  • Ja, wenn die Kohle nicht mehr in die eigene Tasche fließt, macht selbst Dummlaberei keinen Spaß.

  • Tja, erfogreiche Politik erfordert sensibles Gespür für so manches, was ein "Hau-Drauf" und "Klare-Kante" "Politiker" wie Steinbrück offenbar nicht besitzt.
    Weder hat er politische Instinkt sich richtig zu verhalten,
    in Dingen seiner privaten Geldvermehrungsstrategien, noch daraus entstandene Lagen angemessen zu bereinigen.
    Was bleibt ist ein Kanzlerkandidat über den Witze gerissen werden, das ist zwar lustig für Satiriker aber nicht für den reisenden Vortragskünstler Steinbrück.

  • Da Kapturak mit hoher Wahrscheinlichkeit unterstellen darf, dass derartige Termine länger abgesprochen werden (es sei denn die Absage)und die Sache mit dem Spenden der Vortragshonorare noch nicht so alt ist, gehe ich auch davon aus, dass Kapturak richtig liegt.

    Wenn Sie einen gegenteiligen Beweis haben, würde es diese "Gemeinde" sehr interessieren. Steinbrück sollte kein Haar zu Unrecht gekrümmt werden.

  • Wirklich sehr sensibel von Mr. Steinbrück, aber wie meist zu spät.

  • Ja das denke ich auch; @ Falk.


    Wer in der Politik am Rad drehen will muss einfach im Vorfeld erkennen, das man derartige "Nummern" nicht schieben kann.
    Soviel politischen Instinkt sollte man besitzen.

    Ansonsten: bleiben lassen und weiterhin als Lehrer oder Rechtsanwalt (hoffentlich ein Guter) oder Müllfahrer ( ach diese Art ist ja nicht vertreten;im Volksparlament) arbeiten.

    Ich persönlich denke: Peer Steinbrück wird das Ding der Kanzlerschaft nicht reißen. Sozialdemokratie hat einfach andere Kleider anzuhaben; so einfach ist das.

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