Rede im Bundestag
Papst warnt Politiker vor den Gefahren des Erfolgs

Benedikt XVI hat seine mit hohen Erwartungen überfrachtete Rede zu einem Appell genutzt: Die Politiker dürften ihre Arbeit nicht am Erfolg ausrichten, sondern müssten die Grundlagen für Gerechtigkeit und Frieden legen.
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BerlinPapst Benedikt XVI. hat in seiner mit Spannung erwarteten Rede im Bundestag die Verantwortung eines jeden Politikers für Gerechtigkeit und Frieden betont. „Sein letzter Maßstab und der Grund für seine Arbeit als Politiker darf nicht der Erfolg und schon gar nicht materieller Gewinn sein“, sagte der Papst am Donnerstag vor den Abgeordneten im Reichstag. In weiten Strecken hatte die knapp 30-minütige Rede den Anstrich einer Vorlesung in den ethischen Grundlagen der Politik.

Die Politik müsse stets das „Mühen um Gerechtigkeit sein und so die Grundvoraussetzung für Friede schaffen“. Der Erfolg sei dem Maßstab der Gerechtigkeit und dem Willen zum Recht untergeordnet. Die Deutschen wüssten aus ihrer Vergangenheit, dass es kein leeres Schreckgespenst sei, wenn Macht von Recht getrennt werde und Macht gegen Recht stehe, sagte der Papst und fügte hinzu: „Dem Recht zu dienen und der Herrschaft des Unrechts zu wehren ist und bleibt die grundlegende Aufgabe des Politikers.“ Der Papst bedankte sich zu Beginn seiner Ausführungen für die Einladung zu der Rede. Der Bundestag anerkenne damit die Rolle, die dem Heiligen Stuhl als Partner innerhalb der Völker- und Staatengemeinschaft zukomme.

Benedikt XVI wies auf die Grenzen des demokratischen Mehrheitsprinzips hin und erinnerte die Politiker an ihre moralische Verantwortung. „In einem Großteil der rechtlich zu regelnden Materien kann die Mehrheit ein genügendes Kriterium sein. Aber dass in den Grundfragen des Rechts, in denen es um die Würde des Menschen und der Menschheit geht, das Mehrheitsprinzip nicht ausreicht, ist offenkundig.“

Der Papst ging nicht direkt auf die bioethischen Debatten über Stammzellforschung und Präimplantationsdiagnostik ein, betonte aber: „Der Mensch kann die Welt zerstören. Er kann sich selbst manipulieren. Er kann sozusagen Menschen machen und Menschen vom Menschsein ausschließen.“ Politiker und Wissenschaftler seien daher besonders gefordert, ihre Entscheidungen auch moralisch zu bedenken. Benedikt sagte weiter: „Von dieser Überzeugung her haben die Widerstandskämpfer gegen das Naziregime und gegen andere totalitäre Regime gehandelt und so dem Recht und der Menschheit als ganzer einen Dienst erwiesen. Für diese Menschen war es unbestreitbar evident, dass geltendes Recht in Wirklichkeit Unrecht war.“

Anders als von vielen Politikern und Opferverbänden erhofft äußerte er sich nicht zu dem Skandal um zigfachen sexuellen Missbrauch von Kindern durch katholische Priester, der im vergangenen Jahr bekannt geworden war. Auch zu den aktuelle Themen Europa und Finanzkrise, die er zuvor mit Bundeskanzlerin Angela Merkel besprochen hatte, sagte er nichts.

Kommentare zu " Rede im Bundestag: Papst warnt Politiker vor den Gefahren des Erfolgs"

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  • Der Papst soll die Kirche im Dorf lassen und sonst seine Klappe halten. Dieser Papstbesuch kostet den Steuerzahler, ob katholisch oder auch nicht, an die 30 Mio. Euro! Die Katholiken sind eine Minderheit in dieser korrupten, bigotten BRD!

  • Die Politiker dürften ihre Arbeit nicht am Erfolg ausrichten,sagte der Papst".

    Da wird sich Fr. Merkel aber endlich von höchster Stelle bestätigt fühlen, denn sie richtet sich schon lange am Mißerfolg aus!

  • ...na die mit der passenden Zipfelmütze. Und so kam der Mann im Nachthemd treffsicher an das Rednerpult im Sündenpfuhl. Er sprach von der Ehre der Erfolglosigkeit und der DAX schaute in ein tiefes Loch.

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