Rede zum 60. Jahrestag der Angriffe auf Dresden: Schröder warnt vor Geschichtsfälschung

Rede zum 60. Jahrestag der Angriffe auf Dresden
Schröder warnt vor Geschichtsfälschung

Vor einer Instrumentalisierung des Leides von Menschen hat Kanzler Schröder anlässlich des Jahrestags der Bombardierung von Dresden gewarnt. Die Stadt gedenkt an diesem Wochenende der Zerstörung vor 60 Jahren.

HB BERLIN. Zum 60. Jahrestag der Bombardierung Dresdens hat Bundeskanzler Gerhard Schröder jeden Versuch scharf verurteilt, die Geschichte umzudeuten und das Leid der Menschen zu missbrauchen und zu instrumentalisieren. «Wir werden nicht zulassen, dass Ursache und Wirkung verkehrt werden. Verantwortung vor unserer Geschichte heißt eben auch, Untat und Leid nicht gegeneinander aufzuwiegen», sagte der SPD-Politiker am Sonntag in Berlin.

Schröder prangerte an, dass 60 Jahre nach Kriegsende die «Schuld und Verantwortung, die Nazi-Deutschland für den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, für Vernichtung und Terror hatte», geleugnet werde. «Wir werden diesen Versuchen der Umdeutung der Geschichte mit allen Mitteln entgegentreten. Das sind wir allen Opfern des Nazi-Terrors und des Krieges, insbesondere auch den Opfern von Dresden schuldig», sagte er. Es gebe eine gemeinsame Pflicht aller Demokraten, daran mitzuarbeiten.

Mit Bezug auf die Botschaft «Brücken bauen, Versöhnung leben» an der wieder aufgebauten Frauenkirche sagte der Kanzler: «Das ist die Botschaft des 13. Februar; eine Botschaft, die in Dresden ebenso verstanden wird wie in Coventry, Guernica und anderen Orten, die Opfer der Unmenschlichkeit des Krieges wurden.»

Am Sonntag gedenken die Dresdener mit mehreren Veranstaltungen der Zerstörung ihrer Stadt am 13. und 14. Februar 1945. Überschattet werden die Erinnerungsfeierlichkeiten von einem Aufmarsch Rechtsextremer. Neonazis nutzen den Tag regelmäßig, um ohne Hinweis auf Deutschlands Schuld «alliierte Kriegsverbrechen» anzuprangern.

Vor dem Landtag wurde am Sonntag ein Transparent mit der Aufschrift «Die Würde des Menschen ist unantastbar» entrollt. Entlang der Route, auf der die Extremisten durch die Stadt marschieren wollten, waren weitere ähnliche Aktionen des stummen Protestes geplant.

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