Reden vor der Vertrauensabstimmung
Opposition moniert "Zickzack-Kurs" Schröders

Redner der Opposition haben den Willen von Bundeskanzler Schröder zu vorgezogenen Neuwahlen nachdrücklich begrüßt, die Debatte vor der Vertrauensabstimmung aber auch als Abrechnung mit Rot-Grün genutzt.

HB BERLIN. CDU-Kanzlerkandiatin Angela Merkel pflichtete dem Kanzler bei, der erklärt hatte, er habe das Vertrauen verloren. In einer ungewöhnlich scharfen Rede sagte Merkel, Deutschland brauche wieder Politik aus einem Guss. Der Kanzler habe seit der Ankündigung seiner "Reformagenda 2010" im März 2003 wegen der Widerstände in den eigenen Reihen einen "Zickzack-Kurs" fahren müssen. Seine Reformen seien daher "Stückwerk" geblieben.

Auch FDP-Chef Guido Westerwelle attestierte dem Kanzler, das Vertrauen verloren zu haben: "Sie stehen mit dem Rücken zur Wand, weil Sie die Mehrheit der eigenen Leute nicht hinter sich haben", sagte Westerwelle. Allerdings habe nicht, wie von Schröder behauptet, die Opposition und ihre Mehrheit im Bundesrat den Kanzler zu der Vertrauensabstimmung gezwungen, sondern die Abweichler in den eigenen Reihen.

Der Chef der CSU-Abgeordneten innerhalb der Unionsfraktion, Michael Glos, warf dem Kanzler Unehrlichkeit vor. Es sei "für die Mehrheit der Deutschen unmöglich", dass Gerhard Schröder auch nach einer gescheiterten Vertrauensabstimmung die SPD erneut in den Wahlkampf führen wolle. Mit scharfen Worten griff Glos die Koalitionsfraktionen an: "Mit einem solchen Haufen, so wie Sie sich heute wieder gezeigt haben, kann man wirklich nicht regieren."

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