Reform benachteiligt Personengesellschaften
„Steuererhöhung durch die Hintertür“

Entgegen den Behauptungen der Bundesregierung droht vielen mittelständischen Betrieben eine steuerliche Belastung durch die geplante Unternehmensteuerreform. Vor allem vor allem gut verdienende Personengesellschaften werden nach Verbandsangaben benachteiligt.

HB BERLIN. „Auf diese Steuererhöhung durch die Hintertür sollte die Bundesregierung verzichten“, sagte Matthias Lefarth, Steuerexperte des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) dem Handelsblatt. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHT) erwarten Nachteile durch die geplante Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf gewerbliche Einkommen, die vor allem gut verdienende Personengesellschaften trifft.

Nach internen Berechnungen der drei Wirtschaftsverbände werden die zu erwartenden Belastungen nicht durch die Begünstigung von einbehaltenen Gewinnen ausgeglichen. „Die zusätzliche Belastung der Personengesellschaften durch die Reichensteuer wird nicht durch die Thesaurierungsrücklage aufgewogen“, sagte BDI-Steuerabteilungsleiter Berthold Welling dem Handelsblatt.

Nach Berechnungen des Industrieverbands zahlen mittelständische Unternehmen trotz der Thesaurierungsrücklage bis zu 38 Prozent auf ihre Gewinne. Betroffen seien demnach bis zu zehn Prozent der gut verdienenden Personengesellschaften, die damit gegenüber Kapitalgesellschaften deutlich benachteiligt seien.

„Die Reichensteuer wird zusammen mit der schlecht ausgestalteten Thesaurierungsrücklage zum Bumerang für viele Personengesellschaften“, sagte Welling dem Handelsblatt. Wie der BDI forderte auch Alfons Kühn, Steuerabteilungsleiter beim DIHT, entsprechende Nachbesserungen am Gesetzentwurf. „Die Thesaurierungsrücklage muss so ausgestaltet werden, dass Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften tatsächlich rechtsformneutral besteuert werden“, sagte Kühn.

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