Reform
Demenzkranke sollen Hilfe aus Pflegekassen bekommen

Eine Großreform bei der Pflege rückt etwas näher. Das Ziel: Mehr Hilfe für Demenzkranke. Doch das Vorhaben dürfte mehrere Milliarden Euro kosten.
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BerlinDie umfassendste Reform seit Einführung der Pflegeversicherung 1995 soll nach offiziellen Vorschlägen künftig mehr Hilfe für Millionen Demenzkranke bringen. Umfang und Kosten sind aber völlig offen. Das geht aus einem 218-Seiten-Entwurf eines hochrangig besetzten Expertenbeirats hervor, der der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Sonntag in Berlin vorlag. Auch die Berliner „tageszeitung“ (taz) berichtete auf ihrer Internetseite darüber.

Das von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) eingesetzte Gremium listet auf, wie ein neuer Pflegebegriff aussehen soll. Dieser soll bewirken, dass die Betroffenen anders und umfassender als Empfänger von Leistungen aus der Versicherung anerkannt werden. „Durch den neuen Begriff werden Pflegebedürftige (...) und Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (...) zukünftig in einen von fünf Pflegegraden eingestuft“, heißt es in dem Entwurf. Heute werden Pflegebedürftige einer von drei Pflegestufen zugeordnet.

Ziel ist es, geistig Beeinträchtigte in die Pflegeversicherung gleichberechtigt aufzunehmen, also vor allem Altersverwirrte. Es wird erwartet, dass sich die Anzahl der Demenzkranken von heute 1,2 Millionen auf 2,5 Millionen im Jahr 2060 verdoppelt. Sie gehen bei den Pflegekassen heute weitgehend leer aus.

Der Beiratsvorsitzende, der Bundespatientenbeauftragte Wolfgang Zöller (CSU), umriss die geplanten Veränderungen im Südwestrundfunk (SWR) so: „Da spielt jetzt keine Rolle mehr, ob einer (...) körperlich so behindert ist, dass er nicht zum Einkaufen gehen kann, oder er ist so dement, dass er alleine nicht mehr dorthin findet.“

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