Reform der Währungsunion
Merkel will Euro-Länder enger verzahnen

Einem Medienbericht zufolge will Bundeskanzlerin Angela Merkel die Währungsunion reformieren. Länder der Euro-Zone sollen enger zusammenarbeiten. Länder, die nicht in der Währungsunion sind, blieben außen vor.
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HamburgBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) denkt offenbar über eine Reform der Europäischen Währungsunion nach. Die Wochenzeitung „Die Zeit“ zitierte am Dienstag aus einem vertraulichen deutsch-französischen Papier, das eine engere Verzahnung der Euro-Staaten anstrebt.

Demnach soll es „regelmäßigere Gipfeltreffen der Euro-Zone“ geben. Die Handlungsfähigkeit der Gruppe der Euro-Finanzminister solle verbessert werden – „einschließlich einer Stärkung ihres Präsidenten und der Ressourcen, über die er verfügt“.

Zusätzlich sollen „spezifische, der Euro-Zone gewidmete Strukturen im Europäischen Parlament“ geschaffen werden, damit eine demokratische Kontrolle der neuen Befugnisse gewährleistet werden könne, heißt es dem Bericht zufolge in dem Papier. Das Dokument wurde demnach von Merkel und dem französischen Präsidenten François Hollande vorbereitet und soll dem EU-Gipfel Ende Juni vorgelegt werden.

Das Programm soll den deutsch-französischen Überlegungen zufolge für die Mitgliedsstaaten der Euro-Zone „verpflichtend sein“. Auch jene Länder, die sich auf die Einführung des Euro vorbereiten, sollten sich daran beteiligen. Dies hieße aber auch, dass jene Länder, die nicht in der Währungsunion dabei sind, außen vor blieben.

In einem ersten Schritt solle geprüft werden, ob ein solches Vorgehen rechtlich möglich sei, berichtete „Die Zeit“.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Reform der Währungsunion: Merkel will Euro-Länder enger verzahnen"

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  • "+++ CDU-Ministerpräsidentin: Nach der Homo-Ehe droht die Heirat von Verwandten +++ " und die Heirat seines Hundes oder der Katze !

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/cdu-ministerpraesidentin-nach-der-homo-ehe-droht-die-heirat-von-verwandten-13627131.html

  • Wieder mal ein Nebelkerzchen ohne jede Substanz. Da eine Euro-Reform unmöglich ist, geht nur die Auflösung, natürlich erst nach der Pleite. Wohl dem der Gold, Aktien, Dollar oder so etwas hat.

  • Eine Reform der Eurozone wäre dringend erforderlich. Bei Gründung der Währungsunion wurden seinerzeit wesentliche Themen, wie etwa eine Verzahnung der Finanz und Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten sowie ein Regelwerk für das Ausscheiden aus der Währungsunion versäumt. Ein glaubwürdiger Anfang einer solchen Reform würde jedoch darin bestehen, dass Griechenland aus der Eurozone ausscheidet. Die alte Regel, wonach eine faule Frucht andere gesunde Früchte verdirbt, gilt-so einfach dies klingen mag-gerade für eine Währungsunion. Es bestehen jedoch Zweifel, dass Frau Merkel den Mut dafür aufbringt, gemeinsam mit den politisch Verantwortlichen der anderen Gläubiger, Griechenland aus dem Euro zu drängen. Dagegen spricht ihre bisherige Haltung, mit der sie-gewollt oder ungewollt zu-das unzumutbare Verhalten der Regierung Tsirpas honoriert. Eine Reform der Eurozone mit Griechenland als Mitglied verdient diesen Namen jedoch nicht.

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