Reform-Gegner werfen Eier auf Schröder
Proteste gegen Hartz IV eskalieren

Bei Auftritt von Gerhard Schröder in Brandenburg und Sachsen sind die Proteste gegen die umstrittenen Arbeitsmarkt-Reformen eskaliert. Der Bundeskanzler ist mit massiven Protesten gegen seine Sozialreform Hartz IV konfrontiert worden.

HB WITTENBERGE/LEIPZIG. Im brandenburgischen Wittenberge wurden aus einer Menge aufgebrachter Demonstranten mehrere Eier auf den Kanzler geworfen, verfehlten den SPD-Politiker aber. Die Demonstranten riefen Parolen wie: „Wir wollen Arbeit“ und - in Anspielung auf die Protestbewegung zum Sturz der DDR-Regierung - „Wir sind das Volk“. Beim Wahlkampfauftakt der sächsischen SPD in Leipzig wurde eine Rede Schröders mehrmals von Protestierern unterbrochen.

In Wittenberge nahm Schröder an der Wiederöffnung des Bahnhofs teil. In seiner Rede ging er zunächst nicht direkt auf die Eierwürfe ein, räumte den Protesten gegen die Reformpolitik aber keine Erfolgsaussichten ein: „Wir werden diesen Prozess gegen jeden Protest durchsetzen.“ Am eingeschlagenen Kurs der Modernisierung werde „unverändert und unbeirrt festgehalten“. Ein Regierungssprecher kommentierte den Vorfall mit den Worten, der Kanzler sei „außer Wurf- und Reichweite gewesen“. Insgesamt hatten sich in Wittenberge rund 200 Demonstranten versammelt. Auf Transparenten hieß es: „Ostdeutsche wehrt euch“ oder „Nieder mit Hartz IV“.

In Leipzig störten einige Dutzend Reform-Gegner eine Rede des Kanzlers vor 300 bis 400 Zuhörern massiv. Schröder wurde ausgepfiffen und ausgebuht und musste seine Rede mehrfach unterbrechen. Immer wieder gab es lautstarke Zwischenrufe, in denen Schröder als Lügner bezeichnet wurde und der Sozialabbau kritisiert wurde. Schröder warf den Störern im Gegenzug vor, von Rechtsradikalen und der PDS aufgehetzt worden zu sein. Mit ihrem Verhalten schadeten die der demokratischen Kultur in Deutschland. Auch vor dem Veranstaltungsgebäude hatten sich 50 bis 70 Menschen versammelt, die mit Trillerpfeifen versuchten, die Rede zu stören. Auf Transparenten forderten sie die Rücknahme der Hartz IV-Gesetze.

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