"Reform muss in den Köpfen der Leute ankommen“: IWH: 2006 Trendwende am Arbeitsmarkt

"Reform muss in den Köpfen der Leute ankommen“
IWH: 2006 Trendwende am Arbeitsmarkt

Im Verlauf des Jahres 2006 rechnet das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) mit einer Trendwende am Arbeitsmarkt. „Da dürfte sich Licht am Horizont zeigen. Die Reform Hartz IV schafft auf mittlere Sicht die Voraussetzung für eine bessere Situation auf dem Arbeitsmarkt“, sagte IWH-Experte Herbert Buscher.

HB HALLE. Dies brauche aber seine Zeit und hänge auch wesentlich davon ab, wie konsequent die Arbeitsmarktreform umgesetzt werde.

„Zum Beispiel, wie stringent gehen die Vermittler bei den Arbeitsagenturen mit der neuen Zumutbarkeitsregelung um“, sagte Buscher mit Blick auf das Angebot an Arbeitsplätzen für Erwerbslose. Zudem sei es wichtig, dass nach der formalen Umstrukturierung in den Arbeitsagenturen nun auch die inhaltliche angegangen werde. Ziel müsse sein, die Vermittlungstätigkeit zu stärken.

„Die Reform muss aber auch in den Köpfen der Leute ankommen“, sagte Buscher vor dem Hintergrund der anfangs heftigen Proteste und Großdemonstrationen gegen Hartz IV. „Die Reform ist nicht dazu da die Leute zu ärgern, sondern zu helfen, Jobs zu finden“, sagte er. Eine entscheidende Voraussetzung für einen positiven Wandel am Arbeitsmarkt sei, dass Unternehmen ihre Zurückhaltung bei Einstellungen von Arbeitnehmern aufgeben.

„Dann kommen wir auch von den fünf Mill. Arbeitslosen runter“. Dies sei allerdings auch kein Prozess, der in vier Wochen ablaufe. „Der Staat kann keine Jobs schaffen, das kann nur die Wirtschaft. Der Staat kann nur die Rahmenbedingungen setzen - und das hat er mit Hartz IV getan“, sagte Buscher. „Die Wirtschaft und die Arbeitslosen sind gefragt aufeinander zuzugehen - Jobs zu schaffen und zumutbare Arbeit anzunehmen“, sagte der Arbeitsmarktexperte.

Zur Diskussion um den befürchteten Negativrekord an Arbeitslosen in Deutschland sagte Buscher, bisher verdeckte Arbeitslosigkeit, wie Beschäftigung in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, komme jetzt ans Licht und werde öffentlich gemacht. „Und wenn wir die bei der Bundesagentur für Arbeit registrierten Arbeitslosen und die bisher verdeckte Arbeitslosigkeit wie Beschäftigung in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zusammenrechnen, dann liegen wir sogar bei sechs Mill. Arbeitslosen in Deutschland“, sagte der Arbeitsmarktexperte.

Das IWH gehört zu den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten in Deutschland. Mit Spannung wird an diesem Mittwoch der Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit für den Monat Januar erwartet, der erste nach Einführung des Arbeitslosengeldes II (ALG II) als Teil der Arbeitsmarktreform Hartz IV.

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