Reform
Rente mit 67 trifft 40-Jährige besonders

Grundsätzlich hält der Sachverständigenrat die Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre für einen „wichtigen und mutigen Schritt“. Den heute 30- bis 45-Jährigen wird das allerdings gravierende Renditeverluste bei der gesetzlichen Altersvorsorge bescheren.

BERLIN. Für den Jahrgang 1964 sinkt nach Berechnungen des Sachverständigenrates die Verzinsung der eingezahlten Beiträge um 0,34 Punkte bei Männern und 0,24 Punkte bei Frauen. Insgesamt konstatieren die fünf Weisen eine deutliche „intergenerative Umverteilung“ von der besonders betroffenen „Sandwichgeneration“ zu jüngeren und älteren Jahrgängen.

Grundsätzlich hält der Sachverständigenrat die von ihm bereits 2003 geforderte Anhebung der Altersgrenzen für einen „wichtigen und mutigen Schritt“. Mit diesem Vorhaben sei im Rentensystem „die längste Strecke des Reformbedarfs zurückgelegt“, sagte der Rats-Vorsitzende Bert Rürup. Er monierte jedoch, dass die Lasten zwischen den Generationen ungleich verteilt würden und insbesondere die geplante Ausnahmeregelung für Versicherte mit 45 Beitragsjahren, denen weiter eine abschlagfreie Rente mit 65 zugebilligt wird, zu „perversen Effekten“ im Renditeverlauf führe.

Die vom Sachverständigenrat untersuchte implizite Rendite (siehe Grafik: » „Frauen im Vorteil“) vergleicht den Barwert aller Einzahlungen in die Rentenkasse mit den entsprechend der Lebenserwartung wahrscheinlichen Gesamtleistungen. Sie unterstellt, dass ein Arbeitnehmer ab dem 20. Lebensjahr erwerbstätig war und ein mittleres Einkommen erzielte. Zu einem Vergleich mit den Renditen von kapitalgedeckten Versicherungen eignen sich die Zahlen nicht, da einerseits von den Rentenkassen auch Leistungen bei Berufsunfähigkeit und Rehabilitation abgedeckt werden, andererseits der Bundeszuschuss die Verzinsung verzerrt. Vielmehr stellt die Berechnung die Verteilungswirkung zwischen den Generationen dar.

Angehörige der Geburtsjahrgänge 1950 bis 1980 müssen gegenüber den Älteren Renditeverluste von bis zu einem Prozentpunkt hinnehmen. Bei den jüngeren Alterskohorten weist die Kurve wieder leicht nach oben. Dies liegt an den gegenläufigen Effekten der Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Da sich die Rentenbezugsdauer verkürzt und die Einzahlphase verlängert, sinkt zunächst die Rendite.

Seite 1:

Rente mit 67 trifft 40-Jährige besonders

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%