Reform startet Mitte 2009
Mehr Geld für Meister-Bafög

Die Bundesregierung will die Mittel für das Meister-Bafög aufstocken und mit Erfolgsprämien locken. Bildungsministerin Annette Schavan startet die Reform Mitte 2009, erhofft sich einen "Motivationsschub" und will dem Fachkräftemangel vorbeugen.

BERLIN. Die Bundesregierung will die Mittel für das Meister-Bafög aufstocken, den Kreis der Nutznießer ausweiten und zudem mit Erfolgsprämien locken. "Insgesamt wollen wir damit einen Motivationsschub geben, eine berufliche Aufstiegsfortbildung in Angriff zu nehmen und erfolgreich abzuschließen, und die Zahl der vorzeitig abgebrochenen Maßnahmen senken", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU), nachdem das Kabinett die Reform gestern auf den Weg gebracht hatte. So will sie auch dem Facharbeitermangel vorbeugen. Zuletzt war die Zahl der Geförderten von knapp 141 000 auf 134 000 gesunken.

Anders als geplant, kann die Reform allerdings nicht zum 1. Januar sondern erst Mitte 2009 wirksam werden. Eine volle Aufstockung schon im ersten Jahr wollten nach Informationen des Handelsblattes die Haushälter im Bundestag nicht akzeptieren.

Ein "riesiges Potenzial" sieht jedenfalls mittelfristig der Weiterbildungsexperte des DIHK, Knut Diekmann. Heute schließen jährlich rund 480 000 Menschen eine Berufsausbildung ab, aber nur 97 000 bilden sich erfolgreich zum Meister, Fachwirt oder-kaufmann weiter. "Angesichts der technologischen Herausforderungen würde es durchaus Sinn machen, jeden zweiten im Laufe seines Berufslebens weiter zu bilden", so Diekmann.

Insgesamt will der Bund seine Mittel von zuletzt 125 Mill. Euro jährlich sukzessive auf 200 Mill. im Jahr 2012 steigern. Fürs erste Jahr sind 22 Mill. zusätzlich veranschlagt. Die Länder steuern 22 Prozent bei.

Das "Aufstiegsfortbildungsgesetz" (AFBG) - das im Volksmund Meister-Bafög genannt wird - wurde 1997 eingeführt. Wer einen höheren beruflichen Abschluss wie Meister, staatlich geprüfter Techniker oder Kaufmann macht, kann als Alleinstehender monatlich bis zu 614 Euro erhalten, der Satz wird nun analog zum Bafög um zehn Prozent erhöht. Ein Drittel ist Zuschuss, der Rest Darlehen.

Nun will Schavan das Meister-Bafög auch für Altenpfleger und Erzieherinnen öffnen. Hintergrund ist die Forderung vieler Bildungsexperten, Kindergärtnerinnen müssten besser ausgebildet werden um die Kleinsten besser fördern zu können. Damit das Meister-Bafög hier aber überhaupt sinnvoll eingesetzt werden kann, "müssen hier erst diverse Weiterbildungskulturen zusammenwachsen", sagte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Jörg Tauss, dem Handelsblatt. Derzeit seien die Weiterbildungen für Erzieherinnen noch sehr unterschiedlich geregelt.

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