Reformbedarf
Guter Rat für die Energiewende

Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) gibt der Politik mit ihrer „Leitstudie Integrierte Energiewende“ konkrete Handlungsempfehlungen. Zentrale Aussage: Man kann die Dinge nicht einfach laufen lassen wie bisher.
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BerlinDie Dena hat großen Aufwand betrieben: Für ihre Studie hat die Agentur, die dem Bund und der staatlichen Förderbank KfW gehört, mehr als 50 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft an einen Tisch geholt, darunter Energieversorger, Netzbetreiber, Industriekonzerne, Verbände der Immobilienwirtschaft und führende Forschungseinrichtungen. Die am Dienstag in Berlin präsentierten Zwischenergebnisse sollen Impulse für die politische Debatte geben, insbesondere für die bevorstehenden Koalitionsverhandlungen.

„Energiewende ist machbar, wenn wir sie entschlossen, technologieoffen und im breiten Dialog angehen“, sagte Dena-Geschäftsführer Andreas Kuhlmann bei der Präsentation der Zwischenergebnisse.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Schlüssel für den Erfolg in einem breiten Technologiemix zu sehen ist. „Szenarien, die auf einen Technologiemix setzen, zeigen sich wirtschaftlicher und robuster als solche, die einseitig auf einen hohen Grad an Elektrifizierung setzen“, sagte Kuhlmann.

Die Studie empfiehlt daher, die Umwandlung von Strom in andere Energieträger, etwa in Gas oder Wasserstoff, mittels Elektrolyse nicht aus den Augen zu verlieren. Damit steht die Studie in Widerspruch zu den Szenarien des Bundeswirtschaftsministeriums, in denen kein Bedarf für die Umwandlung von Strom in andere Energieträger gesehen wird.

Dagegen heißt es bei der Dena, in allen Szenarien, die die Energiewende-Ziele erreichten, werde unterstellt, dass die entsprechenden Umwandlungstechnologien ab 2030 eingesetzt würden. Deutschland sollte daher die Markteinführung der Technologien unterstützen, um die rechtzeitige Verfügbarkeit abzusichern und die Entwicklung globaler Märkt anzustoßen, so eine Schlussfolgerung der Studie.

Außerdem kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien „auf sehr hohem Niveau fortgesetzt und die Energieeffizienz in Haushalten, Industrie, Gewerbe und Verkehr deutlich gesteigert werden“ muss. Außerdem sei der Ausbau der Infrastruktur, insbesondere des Stromnetzes, unabdingbare Voraussetzung für einen Erfolg der Energiewende.

Eine weitere Konsequenz aus der Studie: Es bedarf langfristig planbarer Anreize für Energieeffizienz und zur CO2-Vermeidung. In der Studie wird daher eine „grundlegende Reform des bestehenden Systems aus Steuern, Abgaben und Umlagen“ gefordert. Die Politik habe es in der Hand, dafür in den nächsten Wochen die Weichen zu stellen.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Reformbedarf: Guter Rat für die Energiewende"

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  • Bei jeder Energieumwandlung gehen etwa 50% des Nutzenergie verlustig - das ist ein thermodynamisches Grundgesetz (3. Hauptsatz). Da bleibt nach 4 Prozessstufen zum Schluss kaum noch Nutzenergie übrig?
    M.E. ist der Strom z. Z. doppelt so teuer wie der Kraftstoff - auf den Energieinhalt bezogen. Auch werden wohl die diversen Abgaben auf die Kraftstoffe dann auf den Strompreis umgelegt werden müssen.
    Und zuletzt, wo soll der Strom herkommen, wenn alle Fahrzeuge mit Strom anstelle von Kraftstoffen fahren? 100 neue Großkraftwerke bauen oder 3-stöckige Windmühlen und Solaranlagen?

  • „Leitstudie Integrierte Energiewende“ Ein neuer Begriff, man scheut keine Möglichkeit um Europa zu ruinieren. Für das neue europäische Volk sollte man allerdings z.B. in Öfen mit Holz, Mist und Kohle investieren. Alles andere kann nicht benutz werden, so wie in den Herkunftsländern.

  • Oje, rette sich wer kann.

    Besser nicht dieser Agentur folgen, es könnte massiv teuer werden. Besser ist es, die Sache aus zu sitzen. Falls die Wirtschaft nicht mehr so brummt, könnte es knappt werden und die Hersteller bleiben auf den überteuerten Dreckschleudern der E-Mobil hängen.

    Nie zu frühe seinen Kopf aus dem Fenster lehnen.

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