Reformkurs scheint sich auszuzahlen
Umfrage: Steuerreform bringt SPD Stimmen

Der Steuersenkungs-Beschluss der Bundesregierung hat der SPD Punkte in der Wählergunst gebracht, die Hoffnung auf deutlich mehr Konsum könnte sich nach einer Umfrage aber zerschlagen.

HB/dpa BERLIN. Die Sozialdemokraten verbesserten sich im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 32 Prozent, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag des Magazins „Stern“ und des Senders RTL. Die Bundesbürger wollen das Geld, das ihnen vom kommenden Jahr an mehr in der Tasche verbleibt, nach einer weiteren „Stern“-Umfrage aber eher sparen als ausgeben.

Die Grünen fielen der Umfrage zufolge um 2 Punkte auf 10 Prozent, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahlen wären. Unverändert blieben die Werte für die Union (45 Prozent) und die FDP (6 Prozent). Die PDS gewann nach ihrem Parteitag einen Punkt, sie liegt jetzt bei 4 Prozent. Forsa hatte am Montag 1005 Bundesbürger befragt.

52 Prozent der Befragten wollten das Geld aus der geplanten Steuerentlastung sparen oder damit Schulden abbezahlen. 43 Prozent erklärten, sie wollten das Geld ausgeben, 5 Prozent waren unentschieden. Befragt wurden am Donnerstag und Freitag vergangener Woche 1002 Menschen.

Insgesamt scheint sich der Reformkurs für die SPD auszuzahlen. Das Image von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in den Medien hat sich nach einer Untersuchung des FAZ-Instituts stark verbessert. Es habe nach der SPD-Entscheidung über die Reformpläne der „Agenda 2010“ im Juni die beste Beurteilung seit Oktober 2001 erreicht, heißt es im jüngsten „Prime Politics Bulletin“ des Instituts. In den Medien werde überwiegend der Eindruck vermittelt, der Kanzler halte die Fäden wieder in der Hand und profiliere sich als Reformmotor.

Bei der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel hat das Institut dagegen eine „Image-Erosion“ ausgemacht. Sie habe aus Sicht der Medien den Reformimpulsen des Kanzlers wenig entgegenzusetzen. Für das „Prime Politics Bulletin“ wertet das FAZ-Institut unter anderem die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die „Süddeutsche Zeitung“, „Die Welt“, die „Bild“-Zeitung, den „Spiegel“ sowie die „Tagesschau“ aus.

Trotz desolater Staatsfinanzen kann sich Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) nach einer Emnid-Umfrage mehrheitlich auf Zustimmung in der Bevölkerung stützen. 57 Prozent der Bundesbürger sprachen sich gegen einen Rücktritt des Ministers aus. 34 Prozent der Befragten plädierten für einen Amtsverzicht Eichels. Emnid befragte am vergangenen Wochenende im Auftrag des Magazins „Wirtschaftswoche“ 1000 Bundesbürger im Alter ab 16 Jahren.

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