Reformpläne

Elf Punkte für eine einfache Steuererklärung

Gute Nachrichten für alle Steuerzahler. Die Finanzminister der Länder haben einen Elf-Punkte-Plan für mögliche Steuervereinfachungen auf dem Tisch. Besonders interessant könnte der Arbeitnehmer-Pauschbetrag sein.
Update: 26.04.2012 - 15:39 Uhr 14 Kommentare
Einige Steuererregelungen sollen vereinfacht werden. Quelle: APN

Einige Steuererregelungen sollen vereinfacht werden.

(Foto: APN)

München/BerlinMit einem Elf-Punkte-Plan wollen die Bundesländer einen neuen Vorstoß zur Steuervereinfachung unternehmen. Ein entsprechender Vorschlag soll heute von der Finanzministerkonferenz beraten werden. Zentrales Vorhaben sei die Anhebung des Arbeitnehmer-Pauschbetrages um 150 Euro auf 1.150 Euro, berichten die „Süddeutschen Zeitung“ und die „Welt“. Davon profitierten rund eine Million Arbeitnehmer.

Ein höherer Arbeitnehmer-Pauschbetrag vereinfacht die Steuererklärung erheblich, da der Nachweis der einzelnen Ausgaben entfällt. Hat der Steuerpflichtige Werbungskosten, die unter diesem Betrag liegen, muss er durch die Anhebung zudem weniger Steuern zahlen. Bereits im vergangenen Jahr war der Betrag um 80 Euro auf 1.000 Euro angehoben worden. Dieser Betrag war aber im Gesetzgebungsverfahren als zu gering bezeichnet worden.

Auch für die Nutzer eines häuslichen Arbeitszimmers wollen die Finanzminister der Vorlage zufolge die Steuererklärung vereinfachen. Künftig soll es Arbeitnehmern möglich sein, pauschal pro Monat 100 Euro beim Finanzamt als Aufwand anzugeben. Bisher mussten die Steuerpflichtigen die anteilig auf das Arbeitszimmer entfallenen Kosten für Miete, Finanzierung, Strom und Heizung nachweisen. Das bedeutete für sie, aber auch für die Mitarbeiter der Finanzämter, einen hohen Aufwand.

Damit die Steuererleichterungen keine Löcher in die staatlichen Kassen reißen, wollen die Länder an anderer Stelle Mehreinnahmen erwirtschaften. So sollen beispielsweise Handwerkerrechnungen unter 300 Euro künftig nicht mehr von der Steuer abgesetzt werden können. Das trifft eine verhältnismäßig hohe Anzahl von Steuerzahlern. Nach Daten der Länder lagen 2008 rund 56 Prozent der geltend gemachten Arbeitskosten für Handwerker unterhalb dieser Schwelle.

Eine weitere Regelung betrifft die Beteiligten an Private-Equity-Gesellschaften. Die Länder wollen eine Steuervergünstigung streichen, die bislang für einen Teil ihrer Einnahmen („carried interest“) gilt. Derzeit müssen die Investoren auf 40 Prozent dieser Einnahmen keine Steuern zahlen.

Verhandlungen auf der Zielgeraden
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14 Kommentare zu "Reformpläne: Elf Punkte für eine einfache Steuererklärung"

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  • Wer in Deutschland das Beamtentum und den öffentlichen Dienst reduziert schafft sich als Partei letztendlich keine Freunde. Reden wir einfach von einer win-win-situation, dann wird ein Schuh draus, den auch manche BürgerINnen selbst anziehen wollen, nur sind sie nicht dabei. Ergo werden diejenigen, denen es dabei vortrefflichst zur Genüge reicht, weniger Kompetenz daran verschwenden die Apparatschiks auf ein anderes Niveau zu versetzen. Wirklich wollen, nein das nicht. Es handelt sich um das einträglichste Stimmvieh überhaupt. Die fdp kann davon ihr Lied jeden Tag neu singen. In einem Lande wie NRW werden sie es einmal wieder schmerzlichst erfahren müssen. Absturz bedeutet erneuter Kassensturz.

  • 30.04.2012, 02:59 UhrIhr Kommentar:

    Stimmt 100%-ig. Mit Lokführerin Merkel voll gegen die Wand. Politische Machtbesessenheit, gepaart mit einer unsagbaren Unfähigkeit, unterstützt von einem willfähigem und gut versorgtem Beamtentum ist dieser Staat schon längst am Ende (die 30-iger Jahre lassen grüßen). Auf der anderen Seite haben diese dusseligen Bürger offensichtlich nichts anderes verdient. Ist natürlich Alles nur meine Meinung und keine Beleidugung.

  • ALCHEMIE!
    Das Problem besteht nun einmal darin, aus stinkendem
    Kuhdung ein wohlriechendes Parfum destillieren zu wollen.
    Zunächst fehlen länderübergreifend vereinheitlichte Vorgehensweisen aller Finanzämter und ein neu zu schaffendes
    Strafrecht für Verfehlungen der Finanzverwaltung.
    Ziel einer Restauration dieses nicht weiter entwickelbaren Steuersystems des Wahnsinns ist zunächst die Eliminierung der durchschnittlich jährlichen Steuerrückerstattung auf Null durch Verminderung von Steuern aller Bürger.
    Der Witz:
    AUFKOMMENSNEUTRALE STAATS-TANKGUTSCHEINE.

  • Soll das die grosse Reform des Steuerrechtes sein? Wohl kaum. Die kriegen über die Jahrzehnte ja nicht mal eine Minderung der Kalten Progression über die politische Bühne. Aus gutem Grund: Diese klammheimliche regelmässige Steuererhöhung hilft nötige Verwaltungsreformen auf den Sankt-Nimmerleins-Tag zu verschieben.

    Warum sind die Steuern in der Schweiz oder anderen peripheren Staaten niedriger als in Deutschland?

    Die Schweiz z.B. hat 3 Verwaltungsebenen: Gemeinde, Kanton, Bund)

    Deutschland hat 6 Verwaltungsebenen: Gemeinde, Kreis, Regierungsbezirk, Bundesland, Bund und EU-Fremdverwaltung.

    Weil Deutschlands Verwaltung ineffizient und bürgerfeindlich ist. Hinzugefügt ein Beamtenrecht das ein Rund-um-Sorglos-Paket finanziert vom Steuerzahler lebenslang garantiert. So ein Staat ist nicht reformfähig und wird früher oder später den Weg Griechenlands gehen.

  • Das ganze Steuersystem ist doch mittlerweile nur noch Quatsch..

    und mit diesem 11 Punkte Plan wird aus schon großem Quatsch - noch größerer Quatsch...

    Das einzige was diese Pfeiffen damit fördern, ist dass zukünftig kleine Handwerkerrechnungen wieder "schwarz" bezahlt werden...

    sonst nichts!!!

    Wir müssten eigentlich alle Gesetze novellieren. Das geht beim Grundgesetz los und hört bei den Steuergesetzen auf! Dazwischen muss noch das Strafgesetzbuch angepasst werden.

    Einfacher wird es, wenn wir gleich zur Sharia wechseln! Schwule und Lesben werden Totgesteinigt, Dieben die rechte Hand abgehackt und die Frauen gehen vollverschleiert 15 Meter hinter dem Mann (von wegen Frauenquote)!

    Das wär die Lösung!!!

    Dieser ganze Mist hier zeugt nur von einem! Wir werden von absoluten Flachpfeifeb regiert, welche nicht mal im Ansatz fähig sind auch nur irgend etwas zu richten, damit es mal wenigsten 50 Jahre Bestand hätte...

    Quo Vadis Deutschland????

    oder

    gestern standen wir schon am Abgrund...heute sind wir schon einen Schritt weiter...

    Munter bleiben Folks

  • Natürlich kann es einen nicht vom Hocker hauen, wenn der Freibetrag um 150 Euro erhöht wird. Aber ganz so extrem wenig wie manche das berechnen ist es doch nicht. Die Änderung kann im Jahr 70 Euro oder fast 6 Euro pro Monat ausmachen. Das ist immerhin eine Pizza!

  • der Arbeitnehmer-Pauschbetrag bedeutet nur, daß man diesen Wert vom zu versteuernden Einkommen abziehen muß. Das heißt im klartext: wird der betrag um 100 EUR erhöht, wird man 100 EUR mehr (ohne belege) von dem zu versteuernden jahreseinkommen abziehen können. bei 20% steuersatz bedeutet es 20 EUR mehr von der steuererklärung - im jahr!

    wow! super leistung! auf 12 monate geteilt bedeutet es nicht mal 2 EUR im monat, was man mehr in der tasche hat! :-(

  • Die Betonung liegt auf SOLLEN, werden die aber mit Sicherheit nicht.

  • … und die Erde ist eine Scheibe…

  • Dejavu ... Gibt es das Abo auf diese Meldungen irgendwo zu kaufen?

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