Zwar belegt das deutsche Stromnetz hinsichtlich seiner Zuverlässigkeit in Europa Spitzenplätze; allerdings stoßen die Netzbetreiber immer häufiger an Grenzen. Sie müssen die Leistungen konventioneller Kraftwerke drosseln, damit Windstrom aufgenommen werden kann, ohne die Systemsicherheit zu gefährden.
Nicht alle Beteiligten sind mit dem Gesetzentwurf rundum zufrieden. „Eine Zeitersparnis von einem Jahr löst kein Problem“, sagt Ralf Bischof, Geschäftsführer des Bundesverbandes Windenergie. Er fordert, die Höchstspannungsleitungen im Zweifelsfall auch unterirdisch zu verlegen, um Akzeptanzprobleme in der Bevölkerung zu reduzieren. In dieser Frage steckt noch Zündstoff für eine koalitionsinterne Debatte: Auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) plädiert für die unterirdische Verkabelung. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) lehnt aber die Erdverkabelung wegen der damit verbundenen hohen Kosten und einer Vielzahl ungelöster technischer Fragen ab.

