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28.07.2008 
Startschuss für „Aufstiegsstipendien“

Regierung fördert Studium ohne Abitur

Alle reden vom Studentenberg. Doch der Run der geburtenstarken Schulabgängerjahrgänge auf die Hochschulen blieb allen Prognosen zum Trotz bislang aus. Nun reagiert die Regierung.

HB BERLIN. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat den Startschuss für die Vergabe von 1000 sogenannten Aufstiegsstipendien gegeben. Damit soll beruflich besonders Qualifizierten auch ohne klassisches Abitur ein Studium oder eine akademische Weiterbildung finanziert werden. "Wir setzen ein wichtiges Zeichen für den Aufstieg durch Bildung", sagte Schavan.

Die Stipendien sind ein Beitrag des Bundes zur Qualifizierungsinitiative. Über weitere Reformen will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten Ende Oktober in Dresden verhandeln.

Die erste Auswahlrunde läuft bis Ende September. 2009 ist eine weitere vorgesehen. Für das Stipendium kann man sich im Internet bewerben. Voraussetzung ist eine mindestens zweijährige Berufserfahrung nach der Ausbildung. Die Stipendien müssen nicht zurückgezahlt werden.

Für ein Vollzeitstudium werden monatlich 650 Euro plus 80 Euro Büchergeld gezahlt. Für ein berufsbegleitendes Studium gibt es jährlich 1700 Euro Kostenbeteiligung. Schavan: "Mit Blick auf den drohenden Fachkräftemangel erschließen wir mit den Aufstiegsstipendien zusätzliche Potenziale."

Im Vergleich zu 2003 gab es im vergangenen Jahr bundesweit zwar 17 Prozent mehr Abiturienten und junge Leute mit Fachhochschulreife, gleichzeitig aber fünf Prozent weniger Studienanfänger.

Angesichts des wachsenden Akademikermangels sind die Zahlen Zündstoff für den "Bildungsgipfel" von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Länder-Ministerpräsidenten Ende Oktober in Dresden. Folgt man der Prognose der Kultusministerkonferenz (KMK), dann haben allein in den vergangenen drei Jahren zusätzlich zwischen 60 000 und 180 000 junge Menschen auf ein Studium verzichtet - je nach dem, ob man von einer Abiturienten-Übertrittsquote ins Studium von 75 oder 85 Prozent ausgeht. In der KMK wird derzeit eine neue Prognose gerechnet.

2002 war das Bafög grundlegend reformiert worden. Auf großen Plakaten warb Schlagerstar Guildo Horn damals für die neuen Fördermöglichkeiten: "Nutze Deine Chance - Du erreichst Dein Ziel." Im Folgejahr gab es mit 377 504 Neueinschreibungen den bisherigen Anfängerrekord. Blickt man auf die steigenden Abiturientenzahlen aus den geburtenstarken Jahrgängen, so hätten auch die Anfängerzahlen an den Hochschulen längst weiter wachsen müssen. Doch stattdessen ging es zwischen 2004 und 2006 deutlich bergab. 2007 gab es mit 358 673 Anfängern zwar wieder ein leichtes Plus - was aber weit hinter den Erwartungen blieb.

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