0 Bewertungen
19.05.2006 
PKG-Sitzung am Mittwoch

Regierung fordert weitere Konsequenzen aus der BND-Affäre

Die Regierung will in der kommenden Woche auf weitere Konsequenzen aus der Bespitzelung von Journalisten durch den Bundesnachrichtendienst (BND) dringen.

HB BERLIN. Das Kanzleramt arbeite an einer „umfassenden Bewertung zu allen Aspekten und Folgerungen“ aus der Affäre, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Freitag in Berlin. Das Papier solle dem geheim tagenden Bundestagsausschuss zur Kontrolle der Geheimdienste (PKG) bis zu seiner Sitzung am Mittwoch vorgelegt werden.

Das PKG will sich dann auch mit der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts befassen, in dem die Vorwürfe gegen den BND dokumentiert sind. Einige bespitzelte Journalisten wollen zum Schutz ihrer Privatsphäre eine vollständige Veröffentlichung verhindern. Dagegen plädierten Kanzleramtsminister Thomas de Maiziere sowie Vertreter von Union und SPD erneut für eine Offenlegung des Geheimdokuments.

In seinem Bericht an das PKG wirft der frühere Bundesrichter Gerhard Schäfer dem BND vor, bis Herbst 2005 Journalisten als Spitzel eingesetzt zu haben, um undichte Stellen in den eigenen Reihen aufzuspüren. Das PKG hatte am Dienstag die Offenlegung der Untersuchung beschlossen, zugleich aber Schäfer beauftragt, bis Mittwoch Stellungnahmen der Betroffenen einzuholen.

Anfang der Woche hatte die Bundesregierung als erste Konsequenz aus der Affäre angeordnet, dass der BND keine Medienvertreter mehr als Quellen anwerben oder führen darf. Die Weisung wurde auf die Inlandsgeheimdienste Verfassungsschutz und Militärischer Abschirmdienst (MAD) ausgeweitet.

Der vom BND beobachtete Publizist Erich Schmidt-Eenboom will die Veröffentlichung der Schäfer-Expertise verhindern. „Zur Not werde ich rechtliche Schritte gegen die Offenlegung des Berichts einlegen“, zitierte „Spiegel online“ den Geheimdienst-Experten. Auch Journalisten anderer Medien wollen demzufolge eine vollständige Freigabe verhindern.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Röttgen plädierte erneut für eine Veröffentlichung

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Obamas Kabinett nimmt Gestalt an

    Obamas Kabinett nimmt Gestalt an

    Die Milliardärin Penny Pritzker aus Chicago soll nach US-Medienberichten Wirtschaftsministerin in der Regierung des designierten Präsidenten Barack Obama werden. Mit dieser Personalie nimmt die Regierungsmannschaft zwei Wochen nach der US-Wahl allmählich Gestalt an.Bildergalerie 

  • Was auf dem Weltfinanzgipfel beschlos...

    Was auf dem Weltfinanzgipfel beschlossen wurde

    Auf dem Weltfinanzgipfel in Washington wollten die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) einen Fahrplan für eine neue Weltfinanzordnung vereinbaren, die eine Finanzkrise, die die ganze Welt in die Rezession treibt, in Zukunft verhindern soll. Was beschlossen...Bildergalerie 

  • Was führende Köpfe vom Finanzgipfel e...

    Was führende Köpfe vom Finanzgipfel erwarten

    Nichts Geringeres als eine neue Weltfinanzordnung wollen die 20 Staats- und Regierungschefs der größten Wirtschaftsmächte am Wochenende in Washington aus der Taufe heben. Was Politiker, Konzernchefs, Ökonomen und andere führende Köpfe aus der Finanzwelt vom Weltfinanzg...Bildergalerie 

vor

 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Kein Ausweg aus der Finanzkrise in Sicht  Artikel in Merkliste

21.11.2008 von Hermann-Josef Knipper

Der letzte Tag der „Euro Finance Week“ in Frankfurt hat das ganze Drama der Macht- und Ratlosigkeit der Finanzbranche deutlich gemacht. Nach der harschen Kritik von Bundespräsident Horst Köhler, der nicht weniger als ein neues Weltfinanzsystem gefordert und viele Schuldige benannt hatte, mühten sich Banker, Ökonomen und Notenbanker um Auswege aus der Krise. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Deutscher Bauernstaat  Artikel in Merkliste

21.11.2008 von Helmut Hauschild

Die Bundesregierung tut sich mit ihrer Agrarpolitik als Industriestaat keinen Gefallen. Kommentar